Muttonen: Konservative Kulturpolitik ist am Ende

Kulturpolitische Schadensbilanz verträgt keine weiteren blau-schwarzen Aktivitäten

Wien (SK) "Die blau-schwarze Regierung hinterlässt nicht nur ein kulturpolitisches Vakuum, sondern versucht auch noch in letzter Minute völlig kontraproduktive Weichenstellungen im Kunst- und Kulturbereich zu setzen", kritisiert SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen. Als konkrete Beispiele führt sie die von Kunststaatssekretär Morak noch vor den Wahlen geplante Bestellung eines neuen Direktors der Volksoper Wien und den im Raum stehenden Verkauf des Österreichischen Bundesverlages an. Als weitere besorgniserregende Entwicklung bezeichnet die SP-Kultursprecherin die Sparpläne beim Österreichischen Kultur-Service. ****

Beim geplanten Verkauf des Bundesverlages fordert Muttonen einen sofortigen Privatisierungsstopp; denn es sei "geradezu fahrlässig, den Verkauf dieses wichtigen Flaggschiffes österreichischer Literatur noch überhastet über die Bühne bringen zu wollen". Dies vor allem auch unter dem Gesichtspunkt, dass bis zum heutigen Tag offen ist, ob der Bundesverlag als Ganzes verkauft oder "filetiert" an verschiedene Käufer veräußert werden soll. Darüber hinaus sei völlig unklar, wie die Wahrung der österreichischen Interessen in den Bereichen Kultur und Schulbuch unter geänderten Eigentumsverhältnissen erfolgen soll und wie die neuen Eigentümer der Verlage Residenz, Deuticke und Brandstätter verpflichtet werden sollen, im Interesse der österreichischen AutorInnen zu agieren.

Als Entwicklung in eine völlig falsche Richtung bezeichnet Muttonen die kolportierten Einsparungspläne beim Österreichischen Kultur-Service (ÖKS). Offensichtlich sei "beabsichtigt, dieser seit 1977 bestehenden wichtigen Schnittstelle von Kunst, Kultur und Bildung den 'finanziellen Todesstoß' zu versetzen". "Das ÖKS steht für die Freiheit und die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen und deren Vermittlung gerade im schulischen Bereich. In der Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur wird ein Schwerpunkt abgedeckt, der in österreichischen Schulen zuwenig Beachtung findet:
die Persönlichkeitsentwicklung. Es wäre eine fatale Fehlentscheidung in letzter Minute das ÖKS finanziell zu ruinieren. Ich kann nur hoffen, dass sich bei der zuständigen Bildungsministerin die Vernunft noch durchsetzt und eine tragbare Lösung für das ÖKS gefunden wird", sagte Muttonen.

Auch die vom Kunststaatssekretär geplante Nachbesetzung der Leitung der Wiener Volksoper falle in den Bereich "blau-schwarzer Alleingang fünf Minuten vor zwölf um vollendete Tatsachen zu schaffen". "Morak will den neuen Volksoperndirektor schnell noch selbst neu bestellen -diese unbotmäßige Eile erhärtet den Verdacht, dass der Kunststaatssekretär sich mehr von parteipolitischem Kalkül als von Zukunftsperspektiven für die Volksoper leiten lässt", kritisierte Muttonen. "Es besteht kein Anlass, die Causa Volksoper noch durchzuziehen, Herr Kunststaatssekretär; lassen Sie es gut sein. Ihre kulturpolitische Bilanz ist auch ohne weitere Aktivitäten verheerend genug: Sie haben mit Ihren Sparbudgets und Ihrer kulturpolitischen Schadensbilanz bereits ausreichend zu einem umfassenden Kahlschlag im Kunst- und Kulturbereich beigetragen", schloss Muttonen. (Schluss) wf/mm

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