Molterer: Autofreier Tag in Europa zeigt Alternativen zum Pkw auf

Minister-Appell: Für Freizeitfahrten am kommenden Sonntag das Auto stehenlassen

Wien/Salzburg (OTS) - "Für Sonntag ist europaweit der autofreie Tag ausgerufen. Das ist eine gute und notwendige Gelegenheit, Alternativen zum Auto stärker ins Bewusstsein zu rücken. Wer Bahn und Bus benützt, Rad fährt oder zu Fuß geht, leistet einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz." Das sagte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Mag. Wilhelm Molterer heute, Freitag, in Salzburg bei einer Pressekonferenz. Der Minister appellierte, übermorgen für Ausflugs- und Freizeitfahrten das Auto bewusst stehen zu lassen und dafür die Bequemlichkeit umweltschonender Alternativen zu erkunden.

Generalthema des autofreien Tags 2002 ist der Freizeitverkehr. 40 bis 50 Prozent aller Wege werden bereits in der Freizeit zurückgelegt. Der Generalverkehrsplan des Verkehrsministeriums geht davon aus, daß sich bis 2010 die Zahl der in Urlaub und Freizeit gefahrenen Kilometer um 96 Prozent erhöhen, also beinahe verdoppeln wird. Der Verkehr ist mit 27 Prozent Anteil der größte CO2-Verursacher in Österreich, wobei davon 82 Prozent dem Kfz-Verkehr zuzurechnen sind. "Angesichts dieser Prognosen müssen wir hier das klare Bewusstsein dafür schaffen, dass es sinnvolle und praktische Alternativen zum Auto gibt", so der Minister.

Klimastrategie legt Maßnahmen gegen Verkehrsemissionen fest

Die im Juni vom Ministerrat beschlossene österreichische Klimaschutzstrategie widmet den Emissionen aus dem Verkehr breiten Raum, sagte Molterer. Die geplanten Maßnahmen entfällt etwa je zur Hälfte auf technologische Verbesserungen und auf steuernde Instrumente zur Verkehrsverlagerung. So soll der Einsatz emissionsarmer Fahrzeugtechnologien, alternativer Antriebe und Biokraftstoffe weiter forciert, der öffentliche Verkehr ausgebaut und das so genannte "Mobilitätsmanagement" von Betrieben und Gebietskörperschaften verstärkt werden.

Die Regierung hat sich auch zur Einberechnung von Umwelt- und Gesundheitskosten in die Kosten am Verkehrsmarkt bekannt. Die Möglichkeiten der Raumplanung und Siedlungsentwicklung sollen verstärkt eingesetzt werden, um die Zersiedelung einzudämmen. Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung und Information sollen das Maßnahmenpaket ergänzen. Dazu zählt der autofreie Tag ebenso wie die neuen Verbraucherinformationen über die CO2-Emissionen von Pkw.

Zur verstärkten Anwendung des Mobilitätsmanagements hat das Umweltministerium eine neue Förderschiene für Unternehmen eingerichtet, teilte Molterer mit. Gefördert werden emissionsmindernde Maßnahmen wie die Umstellung von Transportsystemen und Fuhrparks, Investitionen zur Forcierung des öffentlichen, des Rad- und Fußgängerverkehrs sowie Mobilitätsdienstleistungen und -beratung. Auch Tourismusbetriebe können unterstützt gefördert werden. (Details im Internet unter www.mobilitaetsmanagement.at)

Welche positiven Effekte Tourismusregionen mit dem aktiven Bekenntnis zur "sanften" Mobilität erzielen können, zeigen zwei Modellgemeinden im Pongau. Mit Unterstützung von Umwelt-, Wirtschafts- und Verkehrsministerium sowie Land Salzburg und durch eine Vielzahl von Serviceangeboten machen Bad Hofgastein und Werfenweng ihren Gästen die Anreise und Fortbewegung ohne Pkw schmackhaft. Ergebnis: Die Nächtigungszahlen steigen seit mehreren Jahren kontinuierlich an, die CO2-Emissionen sinken, und die Gästezufriedenheit ist konstant hoch.

Österreich beim autofreien Tag europaweit die Nummer 2

Am autofreien Aktionstag beteiligen sich heuer rund 1.600 Städte und Gemeinden in 35 europäischen Ländern und Kanada. In Österreich machen 152 Städte und Gemeinden mit, neben Wien, Graz, Innsbruck und Salzburg auch viele kleinere Gemeinden. Österreich hat damit die zweithöchste Teilnehmerzahl nach Spanien mit 202 Städten und Gemeinden.

Die Organisation der autofreien Tage findet übrigens bei der Bevölkerung in den teilnehmenden Gemeinden hohe Zustimmung. 85 Prozent der im Jahr 2001 Befragten bezeichneten den autofreien Aktionstag als gute bzw. ziemlich gute Idee, sogar 81 % der Pkw-Nutzer teilten diese Einstellung.

Das Umweltministerium hat die Vorbereitungen der Gemeinden und Städte durch einige Initiativen unterstützt. Seit mehreren Wochen werden Autofahrer durch Informationshinweise auf Kurzparkscheinen auf den 22. September hingewiesen. Außerdem wurden zwei Wettbewerbe ausgeschrieben: einer für Gemeinden, bei denen die besten Aktivitäten des übermorgigen Sonntags prämiert werden, und ein Malwettbewerb für Kindergartengruppen.

Das Klimabündnis, das mit der Koordination des autofreien Tags betraut ist, hat eine Telefon-Hotline eingerichtet. Sie steht zwischen 21. und 23. September von 8.00 bis 20.00 Uhr zur Verfügung. Die Nummer: 02742/26967.

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