ÖGJ Niederösterreich: Notlösungen im letzten Moment

Regierung entdeckt vor Wahl ihr Herz für die Jugendlichen

Wien (ÖGJ NÖ). Die Maßnahmen, mit denen im Rahmen des "Beschäftigungspaktes" die Jugendarbeitslosigkeit bekämpft werden soll, sind nur zaghafte Schritte in die richtige Richtung. "Wenn eine Regierung sich jahrelang weigert, Initiativen im Jugendausbildungsbereich zu setzen und erst unmittelbar vor einer Neuwahl aktiv wird, haftet diesen Aktivitäten sicherlich der Geschmack eines typischen Wahlkampfschmähs an. Vor allen Dingen, wenn nur einzelne Maßnahmen des von den Sozialpartnern geforderten Paketes umgesetzt werden", stellte heute der Vorsitzende der ÖGJ Niederösterreich, Jürgen Eder, klar.++++

Während der gesamten Legislaturperiode wurden die Forderungen der ÖGJ von der Bundesregierung als unrealistisch und zu teuer abgelehnt. Jetzt wo es um Wählerstimmen geht, hat die Bundesregierung scheinbar ihre Liebe zu Lehrlingen wiederentdeckt. Als Lösung des Lehrstellenproblems sind die ausverhandelten Maßnahmen aber keinesfalls zu betrachten. Mit der Aufstockung der Lehrgänge verschwindet das Problem in der Statistik für maximal 10 Monate, die Jugendlichen aber nicht. Die nächste Bundesregierung wird hier von ihren Vorgängern sicherlich ein schweres Erbe übernehmen müssen.

Allein in Niederösterreich kamen Ende August auf 347 offene Lehrstellen 1.338 Lehrstellensuchende. Besonders betroffen ist der Bezirk St.Pölten, in dem auf 17 gemeldete offene Lehrstellen 202 Lehrstellensuchende kommen. Sollte Bundeskanzler Schüssel glauben, solche Horrorzahlen mit Lehrgängen und gießkannenähnlichen Förderungen für Unternehmen beseitigen zu können, gleicht das nur mehr dem verzweifelten Versuch eines Ertrinkenden, sich an einem Strohhalm festzuklammern.

Die Glaubwürdigkeit der Beteuerung, der jetzigen Bundesregierung, dass ihr Jugendausbildung am Herzen liegt, ist mit solchen Maßnahmen aus Sicht der Jugend aber nicht mehr herzustellen.

ÖGB, 20. September 2002
Nr. 719

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