Glawischnig: Haider und Molterer billigen katastrophale Umweltsituation in Arnoldstein

Rasche Maßnahmen zur Sanierung der Luftsituation in Kärntner Industriegebiet nötig

Klagenfurt (OTS) - "Die Umweltsituation im Kärntner Industriegebiet Arnoldstein ist weiterhin alarmierend", warnt Eva Glawischnig, Umweltsprecherin der Grünen, anlässlich einer aktuellen parlamentarischen Anfragebeantwortung durch Bundesminister Molterer. Demnach kam es auch im Jahr 2001 zu teilweise groben Grenzwertüberschreitungen bei Blei und Cadmium im Staubniederschlag. Der Blei-Grenzwert wurde an 7 von 13 gemessenen Stellen um bis zum Dreifachen des Erlaubten überschritten, der Cadmium-Grenzwert bei 4 von 12 Stellen erreicht bzw. überschritten. "Bezüglich Blei im Staubniederschlag ist Arnoldstein damit höher als Brixlegg belastet", kritisiert Glawischnig. "Seit Jahren gefährdet die katastrophale Umweltsituation die Gesundheit der Anrainer, seit Jahren werden weder von LH Haider noch von Umweltminister Molterer keine Gegenmaßnahmen gesetzt", kritisiert Glawischnig.

"Das Immissionsschutzgesetz-Luft sieht in solchen Fällen die systematische Erhebung der Verursacher und die Erlassung eines Maßnahmenplans zur Reduktion der Schadstoffe vor, trotzdem wurden keine Maßnahmen getroffen", kritisiert Glawischnig. Die Umweltsprecherin fordert LH Haider auf, die für die Grenzwertüberschreitungen bei Blei und Cadmium im Staubniederschlag verantwortlichen Emissionsquellen zu erheben und die Emissionsbilanzen vorzulegen sowie Sanierungsschritte in Angriff zu nehmen. "Auch Molterer trägt durch die Bewilligung von Versuchsbetriebsgenehmigungen Mitverantwortung an der schlimmen Situation in Arnoldstein", so Glawischnig. Jahrelang lief beispielsweise der Betrieb der Firma Asamer-Becker Recycling GesmbH als Versuchsbetrieb, die Versuchsbetriebsgenehmigung für die Altspeiseölverwertung mit einer Jahreskapazität von 50.000 Tonnen wurde unlängst erteilt.

"Es darf nicht sein, dass der Industriestandort Arnoldstein vom Land Kärnten als großes Versuchslabor missbraucht wird", so Glawischnig. Wie die Anfragebeantwortung von BM Molterer zeigt, ist dem Unternehmen BMG-Metall & Recycling GmbH (Behandlung von Bleiakkumulaturen und Bleiasche mit einer Jahreskapazität von 50.000 Tonnen) bescheidmäßig noch ein Bleiausstoß von 5 mg/Nm3 erlaubt. "Dies ist ein horrender Wert", so Glawischnig. "Auch wenn die tatsächlich gemessenen Werte bei 0,036 mg/Nm3 liegen, bleibt so dem Anlagenbetreiber einer großer Spielraum für irreguläre Betriebszustände."

Glawischnig fordert, dass es jedenfalls bis zur Behebung der dargelegten Grenzwert-Überschreitungen keine neuen Betriebsansiedlungen gibt. Darüber hinaus müssen die bleiverseuchten Böden dringend saniert werden.

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