"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Für Spannung ist gesorgt (von Michael Kuscher)

Ausgabe vom 20.09.2002

Klagenfurt (OTS) - Auch die Freiheitlichen werden heute im Nationalrat dem Neuwahl-Antrag mit größtem Widerstreben zustimmen. Aber wer A sagt, muss auch B sagen. Natürlich macht es keinen sonderlichen Sinn, in Neuwahlen zu gehen, wenn man kurz zuvor von 27 Prozent auf 11 Prozent abgestürzt ist. Aber die Wahl hat der FPÖ niemand aufgezwungen, sie hat sich selbst in die Tiefe gestürzt.

Doch die Ausgangslage ist für niemanden wirklich komfortabel. Die kurze Spanne bis zur Wahl schützt nicht vor großen Überraschungen. Vor allem hat bereits der "Fuchs" Wolfgang Schüssel alle Mitbewerber mit einem fulminanten Wahlkampfstart vom ersten Tag an verblüfft. Man hat den Eindrück, als würden alle hinter ihm herhecheln. Ob er das Tempo bis zum Wahltag durchhält, kann heute niemand sagen. Die SPÖ vermittelt den Eindruck, als sei sie noch dabei, Tritt zu fassen. Doch ist sie bei weitem der größte Dampfer, der auch seine Anlaufzeit braucht. Doch ist die immer wieder beschworene Rolle, die größte Partei zu sein, keine Selbstverständlichkeit. Diese Position war nie so gefährdet, wie in diesen Tagen und Wochen.

Auch könnte es eine trügerische Hoffnung sein, mit blauen Wechselwählern zu rechnen. Vielleicht wechseln die Blauen doch noch zu Reichhold. Die Warnung vor einer Neuauflage von Schwarz-Blau ist nur zu berechtigt. Für Spannung ist gesorgt.

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