Laska: Reformen der Wohnungslosenhilfe der MA12 wien sozial

Stadt Wien bietet individuellen Betreuungsplan

Wien (OTS) - In einem Mediengespräch präsentierte Vizebürgermeisterin und Sozialstadträtin Grete Laska einen Bericht über die konsequente Umsetzung der Reformen der MA 12 wien sozial. Die Stadt Wien bietet ein ganzes Paket an Unterstützungen, schon bei drohendem Wohnungsverlust gibt es Beratung und Hilfe für die Betroffenen. Kommt es dennoch zum Wohnungsverlust, "die Begleitung wird nicht immer angenommen", so die Sozialstadträtin, ist das Ziel, die möglichst rasche Reintegration der obdachlosen Menschen nach einem individuellen Beratungsplan. Der wesentlichste Punkt bei der Sozialarbeit ist, den Menschen und seine Bedürfnisse als Gesamtes zu erfassen, betonte Laska. Ein wichtiger Punkt bei Umsetzung der Reformen ist auch die harmonische Zusammenarbeit zwischen der Stadt Wien und den Bezirken. "Die Verantwortlichen haben wesentlich zum Gelingen beigetragen", bedankte sich Vizebürgermeisterin Laska.

Ein neuer Meilenstein im Fachbereich Wohnungslosenhilfe der MA 12 wien sozial

Der Fachbereich Wohnungslosenhilfe der MA 12 wien sozial verfolgt nun schon seit über 2 Jahren konsequent seine Reformbestrebungen. Nach Übernahme der städtischen Einrichtungen für obdachlose bzw. wohnungslose Menschen wurden die ehemalige Frauenherberge Ruttenstockgasse im Februar 2001 geschlossen und die Unterkunft für Männer in Wien 21., Siemensstraße abgerissen und der Neubau begonnen. Dieses neue Haus wird ab Mitte 2003 240 Plätze für Männer anbieten und als Ersatz für das Haus Meldemannstraße, das schon lange nicht mehr den zeitgemäßen Standards entspricht und im Frühjahr 2003 für immer seine Pforten schließen wird, dienen.****

Effiziente Hilfe durch Sozialarbeit

Im Zuge des grundlegenden Reformierungsprozesses wurden in den städtischen Häusern für wohnungslose Menschen Betreuungsteams geschaffen. Das Angebot professioneller Sozialarbeit dient dazu, dem Übergangscharakter dieser Unterkünfte gerecht zu werden und gemeinsam mit den BewohnerInnen neue Perspektiven zu erarbeiten und adäquate Dauerwohnmöglichkeiten zu finden.

Im Rahmen sozialarbeiterischer Betreuung und in Zusammenarbeit mit Wiener Wohnen konnte ein Großteil der Familien des Hauses Gänsbachergasse 3 in Gemeindewohnungen integriert werden. Diese ehemalige "Familienherberge "kann nun geschlossen werden. Familien, deren Wiedereingliederung einer längeren Vorbereitungszeit bedarf, finden vorerst im Haus Kastanienallee eine neue Unterkunft, die 2005 ebenfalls abgesiedelt werden soll.

Das Haus Neu Albern, in dem bis zu 190 Männer untergebracht waren, wird mit Ende Oktober 2002 ebenfalls geschlossen. Das neu geschaffene Haus Hernals kann diesen Bewohnern und zukünftig auch Frauen und Paaren eine verbesserte temporäre, zeitgemäße Wohnmöglichkeit mit erhöhten Chancen auf Wiedererlangung einer eigenständigen Wohnform bieten.

Kooperation mit privaten Vertragspartnern

Für ehemals Obdachlose, denen ein selbständiges Wohnen in einer eigenen Wohnung nicht mehr möglich ist, kann in Kooperation mit privaten Vertragspartnern die Unterbringung in derzeit 3 SeniorInnenwohnhäusern angeboten werden, die Schaffung von drei weiteren ist in Vorbereitung, die Eröffnung der zwei nächsten wird voraussichtlich Anfang 2003 erfolgen.

Fast 90% der mit Fragen der Wohnungslosigkeit befassten Einrichtungen werden von der Stadt Wien finanziell unterstützt. Der jährliche Gesamtaufwand für die Wiener Wohnungslosenhilfe beträgt ca. € 14,5 Mill. (ca. ATS 200 Millionen). Es gibt ca. 4000 stationäre Übernachtungs- und Unterbringungsmöglichkeiten für Wohnungslose in Wien. Die Angebotspalette reicht von Schlafmöglichkeiten auf Matten ("Gruft"), Mehrbettzimmern bis zu betreuten Einzelwohnungen.

Permanenter Zuzug aus den Bundesländern

Aus den vorliegenden Angaben lässt sich auf eine Gesamtzahl von ca. 5000 innerhalb eines Jahres vorübergehend durch die Wiener Wohnungslosenhilfe wohnversorgten Menschen schließen. An ein und demselben Tag sind in Wien maximal 4000 Personen stationär untergebracht. Zusammen mit den nicht untergebrachten Personen ergibt dies maximal 4500 wohnungslose Menschen in Wien, womit die Wiener Wohnungslosensituation trotz permanenten Zuzugs aus den Bundesländern als leicht rückläufig bezeichnet werden kann.

Um das Serviceangebot der Wohnungslosenhilfe zu vervollständigen, wird 2003 eine zentrale Anlaufstelle im 2. Bezirk für akut obdachlose Menschen geschaffen. Der bisherige Bahnhofsozialdienst (BSD) der Caritas Wien wird in Kooperation mit der MA 12 eine "Clearing-Stelle" als Erstanlaufstelle mit zentraler Bettenevidenz betreiben, um eine sofortige Vermittlung aller hilfesuchenden Personen zu ermöglichen.
Unmittelbares Ziel jeder Unterbringung ist es, obdachlos gewordenen Menschen Unterkunft zu bieten und angepasst an die individuellen Voraussetzungen einen Betreuungsplan zur Reintegration zu erstellen.

Angebote - Stationäre Einrichtungen

Die städtischen Häuser für Obdachlose werden nicht nur von diplomierten SozialarbeiterInnen geleitet, sonder bieten auch Betreuungsarbeit durch multiprofessionelle Teams an.
o Haus Gänsbachergasse 7/Wohnheim: 270 Plätze für Männer, Frauen und Paare, 18 Notquartier- und Nächtigerbetten für Frauen
o Haus Meldemannstraße 25-27: 330 Plätze für Männer und Nächtigerbetten für Männer; dieser Standort wird durch den Neubau 21., Siemensstraße 109 ersetzt
o Haus Kastanienallee 2: 90 Zimmer für Familien, die Absiedelung ist bis 2005 geplant,
o Haus Hernals: 267 Plätze für Männer, Frauen und Paare
o Haus Siemensstraße 109: 240 Plätze für Männer, geplante Fertigstellung Mitte 2003

Ambulante Einrichtungen

o Tageszentrum für Obdachlose und Straßensozialarbeit
8.,U- Bahn-Station Josefstädter Straße

Das Tageszentrum der MA 12 wien sozial hat neben den niederschwelligen Angeboten (Aufenthaltsmöglichkeit, Körperpflege, Wäsche waschen, Essenzubereitung, Konsumation von Getränken und kleinen Speisen zu geringen Preisen, Freizeitgestaltung: "Urlaub von der Straße", etc.) auch die Funktion, Obdachlosen den Zugang zu weiteren Betreuungsschritten zu ermöglichen. Für Beratung und Betreuung stehen diplomierte SozialarbeiterInnen zur Verfügung.
In der Straßensozialarbeit wird versucht, direkt mit den Menschen, die auf der Straße leben, Kontakt aufzunehmen (Beratung und Information über die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe, Krisenintervention).

o Betreuungszentrum "Gruft" der Caritas

Die Gruft bietet neben einem Tageszentrumsbetrieb auch eine Übernachtungsmöglichkeit und drei Mal pro Woche Nachtstreetwork an.

o Medizinischer Betreuungsbus "Louise"

Der medizinische Betreuungsbus "Louise" (dieser wird gemeinsam mit der Caritas betrieben) bietet obdachlosen Menschen ärztliche Grund- und Notversorgung an.(40 Stunden pro Woche an verschieden Plätzen Wiens)

Private Vertragspartner sind derzeit:
o Arbeitsgemeinschaft Nichtsesshaftenhilfe Wien (ARGE-Wien)
o Caritas Wien
o Heilsarmee
o Verein "Neustart"
o Volkshilfe
o Verein zur Förderung von Wohnraumbeschaffung (WOBES)
o Verein s'Neunerhaus
o Wiener Hilfswerk

(Schluss) mw

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