Kinder zuerst!

Ausbildung als Weg in eine friedliche Zukunft

Wien (OTS) - Anlässlich des Weltkindertages dankt das Hilfswerk Austria der österreichischen Bevölkerung für die Spendenbereitschaft zugunsten humanitärer Projekte in Kriegs- und Krisenregionen. Kinder stehen im Mittelpunkt unserer Hilfsmaßnahmen, denn sie sind wehrlos gegenüber Gewalt und Armut. Die Versorgung mit Lebensmitteln und mit Medikamenten ist immer nur der erste Schritt unserer humanitären Hilfe. Genauso wichtig ist es auch, den Mädchen und Buben die Möglichkeit zum Lernen zu geben. Darum bittet das Hilfswerk Austria um weitere finanzielle Unterstützung und möchte Schüler und Lehrer in Österreich zur Zusammenarbeit mit Hilfswerk Austria aufrufen. Spendenkonto PSK 90.001.002

Botschafter i.R. Dr. Franz Ceska, Präsident von Hilfswerk Austria:

"Bildung ist eine wichtige Vorausssetzung auf dem Weg in eine friedliche Zukunft. Nicht nur bei uns in Österreich. Mädchen und Buben brauchen besonders dann einen geregelten Tagesablauf, wenn sie auf der Flucht von ihren Eltern getrennt werden oder weit entfernt von Freunden und Verwandten in riesigen Zeltstädten nach einer Perspektive suchen. Während eines Krieges, wenn es nicht einmal genug zu essen gibt, scheint der Besuch einer Schule als purer Luxus. Wir wissen aber, dass Kinder, die in Flüchtlings-Lagern lesen und schreiben lernen, Lebensmut und Hoffnung mit nach Hause nehmen. Unsere Schulprogramme erreichen daher nicht nur die Kinder. Sie haben auch eine positive Wirkung auf die Eltern."

Zum Beispiel in Afghanistan, wo wir eine Schule saniert haben, in der nun wieder 1.200 Mädchen unterrichtet werden können. Ein weiteres Gebäude ist derzeit im Bau. Für die Ausstattung der Klassen und die Ausbildung der Lehrerinnen fehlt uns das Geld. Oder in den Flüchtlingslagern an der tschetschenischen Grenze: Seit drei Jahren hausen dort rund 150.000 Menschen in riesigen Zeltstädten. Das Hilfswerk hat 10 Schulhütten gebaut, in denen Lehrer im Schichtbetrieb 3.000 Kinder unterrichten. Auch hier fehlt es noch an Schulmaterial und vor allem an den Gehältern für die Lehrer, die so wie die Kinder und ihre Mütter aufgrund der Kriegswirren vermutlich noch bis zum nächsten Jahr in den Massenlagern ausharren müssen. In Kolumbien sind seit vielen Jahrzehnten Paramilitärs und Guerillakämpfer in einen blutigen Krieg verwickelt. Die Folgen:
Tausende Familien wurden und werden immer noch aus ihren Dörfern vertrieben und leben ohne Einkommen in den Slums der Hauptstadt Bogota. Andere haben den Ehemann, ihre Eltern oder Geschwister im Krieg verloren. Nicht nur in Afrika, sondern auch in Lateinamerika werden bereits Kinder als Soldaten rekrutiert und an die Front geschickt. Hilfswerk Austria unterstützt ein Internat, in dem rund 300 Kinder der verfeindeten Kriegsparteien gemeinsam unterrichtet werden und eine aktive Friedenserziehung erleben. In den Slums von Bogota entsteht eine Schule für etwa 300 Flüchtlingskinder, die der schwarzen Minderheit in Kolumbien angehören. Sie leben nicht nur in bitterer Armut, sondern werden auch wegen ihrer Hautfarbe benachteiligt.

10 Jahre nach Kriegsbeginn und 7 Jahre nach dem Friedensvertrag von Dayton leben in Bosnien noch mehr als eine halbe Million Menschen als Flüchtlinge im eigenen Land. Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt daher im Wiederaufbau von privaten Häusern. Für den Weg in eine friedliche Zukunft ist es jedoch besonders wichtig auch die Ausbildung der Jugend voran zu treiben. Das Hilfswerk hat daher in nahezu jedem Teilprojekt die Sanierung und Ausstattung von Schulen im Programm mit berücksichtigt. Wir benötigen dringend Lehrmaterial. Insbesondere sollten wir hier neue Kommunikationstechnologien einsetzen, die jedoch nur aufgrund privater Spender finanzierbar sind. Die Balkan-Kriege der vergangenen Jahre haben auch bei der Bevölkerung Serbiens tiefe Wunden hinterlassen: Das soziale Gefüge der Republik ist auseinandergebrochen. Fabriken stehen still. Nur wenige Menschen haben eine Chance auf einen Arbeitsplatz. Wer einen Job gefunden hat, kann mit seinem Einkommen von durchschnittlichen 80 Euro pro Monat meist nicht einmal seine Lebenserhaltungskosten bestreiten. Besonders schlecht geht es Alten, Kranken und Kindern:
Pensionisten müssen monatelang auf ihre viel zu niedrigen Renten warten. Waisen- und Krankenhäuser sowie Behinderteneinrichtungen befinden sich in einem prekären Zustand. Desolate Gebäude, eine alte, mangelhafte Ausstattung sowie die unzureichende Versorgung mit Hygieneartikel erschweren die Arbeit von Ärzten und Sozialarbeitern. Hilfswerk Austria hat Schulen für Behinderte, für Angehörige von Minderheiten und für Waisen saniert. Wir benötigen dringend Unterstützung für die Ausstattung von Klassenräumen sowie für die Anschaffung von Schulmaterial und für ein spezielles Programm, das sich zum Ziel gesetzt hat, behinderte Kinder und Jugendliche stärker als bislang in die Gesellschaft zu integrieren.

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