Alpenverein, Umweltdachverband und Kuratorium Wald fordern: HÄNDE WEG VOM SANDERSEE!

Wien (OTS) - Größter Anschlag auf den Nationalpark Hohe Tauern muss abgewendet werden! Keine Staumauer im Nationalpark-Sonderschutzgebiet und Natura 2000-Gebiet. Land Kärnten muss Nationalpark, Naturschutz und Eigentümerrechte respektieren.

Der Sandersee im Nationalpark Hohe Tauern genießt den höchsten nationalen und europäischen Schutz. Die Austrian Hydro Power (AHP) will dennoch ein naturzerstörerisches Staumauerprojekt durchsetzen, obwohl dies gegen Kärntner Landesrecht und Europäisches Gemeinschaftsrecht verstoßen würde. Das darf nicht einfach hingenommen werden! Der Oesterreichische Alpenverein, der Umweltdachverband und das Kuratorium Wald fordern daher: "Hände weg vom Sandersee!"

Der Margaritzenspeicher im Kärntner Teil des Nationalparks Hohe Tauern wird energiewirtschaftlich genutzt. Das Wasser fließt von der Pasterze über den Sandersee zu. Der Gletscherschliff der Pasterze kann durch den Sandersee nicht mehr zurückgehalten werden, dringt in den Margaritzenspeicher ein und beeinträchtigt den Betrieb des Speichers. Nun wird nach Lösungen gesucht, um den Stausee Margaritze von dem Gletscherschliff frei zu halten. Die AHP will sich für die kostengünstigste Variante entscheiden - Staumauer am Sandersee, den Gletscherschliff zurückzuhalten. Eine völlige Zerstörung des unter strengstem Naturschutz stehenden Sandersees wäre unausweichlich. Der Bau der Sandersee-Staumauer würde im klaren Widerspruch zur Nationalpark-Verordnung, dem Kärntner Naturschutzgesetz, der Fauna-Flora-Habitat-EU-Richtlinie und den Zielen der IUCN stehen. Der Sandersee liegt im Sonderschutzgebiet des Kärntner Teils des Nationalpark Hohe Tauern und ist Teil des Natura 2000-Gebietes - die europaweit höchste Schutzkategorie!

Alternativen liegen vor, werden jedoch ignoriert

Zur Lösung des Problems im Margaritzenspeicher liegen auch andere Vorschläge auf dem Tisch, die mit den Schutzbestimmungen verträglich wären und nicht auf Kosten des Nationalparks Hohe Tauern gehen. "Die Energiewirtschaft hat mit dem Wasser der Möll über Jahrzehnte gute Geschäfte gemacht. Deshalb ist ihr jetzt eine Lösung absolut zumutbar, welche die Grenzen des Nationalparks respektiert und auf Langfristigkeit ausgerichtet ist", sagt Mag. Peter Haßlacher, Leiter der Fachabteilung Raumplanung/Naturschutz des Oesterreichischen Alpenvereins. "Der Alpenverein wird das Erbe von Albert Wirth und das ihm im Jahr 1918 überantwortete Grundeigentum um Großglockner, Pasterze und Gamsgrube mit Zähnen und Klauen verteidigen", so Haßlacher.

Kuratorium Wald: Natura 2000-Schutz wird Staumauerprojekt verhindern

"Will sich die Kärntner Landesregierung von einem effizienten Naturschutz verabschieden, so kann sie die landesrechtlichen Naturschutzbestimmungen abändern, die gemeinschaftsrechtliche Pflicht zum Schutz der Natura 2000-Gebiete ist dem politischen Willen der Kärntner Landesregierung jedoch entzogen. Das Natura-2000 Schutzregime ist unabänderbar und stellt eine unüberwindliche Barriere für das Staumauerprojekt am Sandersee dar. Eine umfassende Rechtsstudie ist in Ausarbeitung und wird dies belegen", konstatiert Andreas Tschugguel, Sprecher des Kuratorium Wald und Natura 2000-Rechtsexperte.

"Wenn die AHP die höchsten Naturschutzbestimmungen ignoriert, werden wir uns das auf keinen Fall gefallen lassen", sagt Dr. Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes. "Wir werden demnächst die EU-Kommission damit befassen und scheuen auch nicht vor einer Klagsführung vor dem Europäischen Gerichtshof in Straßburg zurück", so Heilingbrunner.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Peter Haßlacher,
Oesterreichischer Alpenverein (OeAV),
Tel. 0512/59 547-27 od. 0664/3084654,
peter.hasslacher@alpenverein.at
Andreas Tschugguel,
Kuratorium Wald,
Tel. 0676/7282738,
andreas@himmel.at
Dr. Gerhard Heilingbrunner,
Präsident Umweltdachverband,
Tel. 0664/38 18 462.
Dr. Sylvia Steinbauer,
Öffentlichkeitsarbeit (UWD),
Tel. 01/40 113-21,
sylvia.steinbauer@umweltdachverband.at
http://www.umweltdachverband.at

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