Prognose 2002: Schlechte Wirtschaftslage verschärft Finanzsituation der NÖGKK

St. Pölten (OTS) - Die ohnehin angespannte finanzielle Situation der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse wird - so weist die aktuelle Prognose für das erste Halbjahr 2002 aus - durch die schlechte Entwicklung der Wirtschaftslage in Niederösterreich zusätzlich belastet. Der Grund: Der größte Teil der gesamten Einnahmen wird von den Beiträgen (und damit vom Lohn- und Gehaltsniveau einerseits und von der Versichertenstruktur) andererseits bestimmt.

Dramatisch wirkt sich für die NÖGKK die Entwicklung am Arbeitsmarkt aus: So wird bei den Arbeitslosen eine Zunahme von 4000 erwartet - die Beiträge für diese Gruppe wurden durch eine neue gesetzliche Regelung für die Jahre 2002 bis 2004 pauschaliert und auf dem Wert 2001 eingefroren. Ähnlich die Situation bei den Karenz-(Kinderbetreuungs-) Geldbeziehern, wo es ebenfalls einen erwarteten Anstieg um rund 3000 bei gleichzeitiger Pauschalierung der Beiträge gibt. Erschwerend kommt der hohe und weiterhin steigende Pensionistenanteil (36 % in Niederösterreich, der Österreich-Schnitt beträgt 31 %) dazu, da bei dieser Versichertengruppe zwischen eingenommenen Beiträgen und zu gewährendenen Leistungen eine massive Unterdeckung von 50 % besteht.

Erstmalig steht die NÖGKK vor der Situation, dass sich bei den Erwerbstätigen ein Rückgang von rund 4000 abzeichnet. Eine Dramatik, die sich noch dadurch verschärft, dass Niederösterreich ohnehin punkto Lohn- und Gehaltsniveau und damit bei den Beitragseinnahmen mit dem Burgenland österreichweites Schlusslicht ist. Bereits im Jahr 2001 lukrierte die NÖGKK im Vergleich zum Bundesdurchschnitt um 55 Euro weniger an Beiträgen pro Versichertem und Jahr. Im Vergleich etwa zu Oberösterreich - mit annähernd identem Versichertenstand -bedeutete das im Jahr 2001 um 32,5 Mio. Euro weniger an Beiträgen!

Die aktuelle Prognose läßt für heuer ein Defizit von 75,9 Mio. Euro erwarten.

Die NÖGKK bietet moderne medizinische Versorgung für alle Versicherten und Angehörigen. "Wollen wir weiterhin medizinische Spitzenleistungen bieten und das Gesundheitssystem weiterentwickeln, muss man sich auch zu den Kosten bekennen", betont NÖGKK-Obmann Gerhard Hutter. Die NÖGKK macht ihre Hausaufgaben, nutzt laufend Verbesserungsmöglichkeiten und Sparpotenziale; zur Aufrechterhaltung des Leistungsniveaus der Sozialversicherung sind jedoch - so Hutter -auch politische Entscheidungen durch den Gesetzgeber gefordert.

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