ÖH: Das Apfelbäumchen dreht sich mit dem Wind

Rektor Winckler demonstriert Blauäugigkeit und Realitätsverweigerung, Verunsicherung an den Universitäten aufgrund der Neuwahlsituation enorm

Wien, 18.9.2002 (OTS) – Rektor Winckler (Universität Wien) demonstriert in den heute über die Austria Presse Agentur gelaufenen Meldungen totale Blauäugigkeit und Realitätsverweigerung. Anstatt die Chance für eine Revidierung sachlich unrichtiger Entscheidungen, wie beispielsweise jene der Ausgliederung der medizinischen Fakultäten, zu nutzen und sich für eine Aussetzung der Implementierung des Universitätsgesetzes einzusetzen, beharrt Winckler auf die Umsetzung der verfassungsrechtlich und demokratiepolitisch bedenklichen Reform. Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) rät dem Rektor dringend an, einen Blick aus seinem Elfenbeinturm zu werfen, um die bereits mehrmals geäußerten Bedenken und die Verunsicherungen der Angehörigen seiner Universität wahr- und ernstnehmen zu können.****

Wenn jetzt der beflissene Apfelbaum-Empfänger davon spricht, bei der Bestellung der Uniräte mit keinen Problemen zu rechnen und er davon ausgeht, "dass es keine Polit-Besetzungen sein werden", so pochte der Rektor noch im März diesen Jahres auf "das Recht der Unis auf Selbstbestellung der weisungsfreien Organe" (APA-Aussendung vom 8.3.2002). In mehreren Stellungnahmen äußerte er die Befürchtung, parteipolitische Besetzung und Einflussnahme auf die Hochschulen wären gegenüber der Besetzung des mächtigen Rates mit den kompetentesten Köpfen für die blau-schwarze Regierung prioritär. "Der Rektor dreht sich mit dem Wind. Winckler liefert einmal mehr einen Beweis dafür ab, vom Ministerium massiv
für die Reform vereinnahmt worden zu sein", zeigt sich die ÖH-Vorsitzende Mautz über die Stellungnahme Wincklers empört. Die Überreichung des Apfelbaums im Juli durch Gehrer hat die Kritikfähigkeit des Rektors offensichtlich getrübt.

Während der Rektor eine Budgetlücke durch eine allenfalls anstehende Abschaffung der Studiengebühren befürchtet, wäre es angemessener, sich um einen Finanzierungsplan zu bemühen, der dem durch die Implementierung des Gesetzes anfallenden Kostenaufwand auch gerecht wird. Die finanzielle Unsicherheit an den Hochschulen ist bereits jetzt durch Neuwahl- und Budgetchaos Realität, die Abschaffung der Studiengebühren hätte darauf nur marginal Einfluss. "Die Politik hat für eine ausreichende Finanzierung der Universitäten, für eine soziale Absicherung der StudentInnen und für eine wirkliche Selbstverwaltung an den Hochschulen zu sorgen. Das UG 2002 ist und bleibt ein bildungspolitischer Fehltritt, der dringend rückgängig zu machen ist. Der erste Schritt wäre mit einer Aussetzung der Implementierung getan und der Weg freigemacht für eine echte Universitätsreform", so die zweite Frau im ÖH-Vorsitzteam Anita Weinberger abschließend.

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