Junge Wirtschaft will klares Bekenntnis der Politik zu Gründern und Jungunternehmern

Double Equity-Modell soll Finanzierungslücken schließen

Wien (OTS) - "Geld ist der Treibstoff für Jungunternehmer. Dieser Treibstoff ist leider dabei auszugehen, deshalb stockt der Motor. Das Double-Equity-Modell der Jungen Wirtschaft soll helfen, die Finanzierungslücke der Gründer zu schließen", betonte heute, Mittwoch, der Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft, Manfred Pletzer, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Vizepräsidenten der Wirtschaftskammer Österreich, Rene-Alfons Haiden und dem Geschäftsführer der Finanzierungsgesellschaft, Peter Takacs. Pletzer warnte davor die Jungunternehmer zu vergessen, weil damit die Zukunft auf dem Spiel stehe. Schließlich würden mehr Gründer auch zusätzliche Lehrstellen und Arbeitsplätze bedeuten. Der JW-Bundesvorsitzende rechnet daher mit einer Beschlussfassung des Modells im heutigen Finanzausschuss.

Hintergrund der Entwicklung des Double-Equity-Fonds ist die Tatsache, dass Österreich in Europa das Schlusslicht bei der innovativen Finanzierung von neuen Unternehmen ist. Finanziert werden soll dieser Fonds zur Hälfte mit günstigen ERP-Krediten, sowie zu einem Viertel von privaten Venture Capital-Gebern sowie aus dem Bundesbudget. Das Fonds-Volumen soll 100 Mill. Euro betragen und von der Finanzierungsgesellschaft garantiert werden.

Um die Dringlichkeit dieses Jungunternehmer-Fonds zu unterstreichen, präsentierte Pletzer Zahlen einer aktuellen Umfrage zur Finanzierung von Unternehmensgründungen. 71 Prozent der befragten Unternehmensgründer gaben an, dass Jungunternehmer in Österreich nur sehr schwierig zu Kapital kommen. Zur Finanzierungsstruktur gaben (Mehrfachnennungen möglich) 70,7 Prozent der Gründer an, die Unternehmensfinanzierung aus Eigenmitteln und zu 72 Prozent aus Bankkrediten bewältigt zu haben. Lediglich 18,9 Prozent konnten Fördergelder in Anspruch nehmen, gar nur 2 Prozent konnten ihre Unternehmensgründung über Risikokapital finanzieren.

Pletzer und Haiden äußerten aus diesem Grund auch Kritik an der bestehenden Finanzierungsstruktur. Die Problematik an Eigenmittel und Bankkredite heranzukommen erhöhe die Gefahr von Finanzierungslücken, wie dies etwa auch die restriktive Vergabe von Krediten durch Banken deutlich zeige. Für die Gesamtheit der befragten Jungunternehmer lasse sich eine durchschnittliche Finanzierungslücke von rund 15.000 Euro feststellen. Zudem werde vor dem Hintergrund der neuen Eigenkapital-Richtlinien von Basel II deutlich, dass es für Jungunternehmer in Hinkunft noch schwieriger werde, an Fremdkapital heranzukommen, so Haiden.

Derzeit präsentiert sich die Situation wie folgt: Während in Europa rund 46 bis 47 Prozent der Jungunternehmen kreditfinanziert sind, beträgt dieser Wert in den USA rund 20 Prozent. Österreich ist mit rund 70 Prozent der traurige Spitzenreiter. Im EU-Durchschnitt liegt der Anteil der Kapitalaufbringung von Banken, Versicherungen, Pensionsfonds und öffentlicher Hand bei 59 Prozent, in Österreich bei 85 Prozent. Im Gegensatz dazu werden im EU-Durchschnitt 37 Prozent der Gründerfinanzierungen über den Kapitalmarkt aufgebracht werden. In Österreich liegt dieser Wert nach Zahlen des WKÖ-Vize bei 14 Prozent. (us)

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