Strom aus Sonne für die Stadtverwaltung

Neue Photovoltaikanlage auf dem Dach der MA 22 - Umweltschutz installiert

Wien (OTS) - Auf dem Dach des Gebäudes der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) in der Ebendorferstraße im 1. Bezirk wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Kollektorfläche von 45 Quadratmeter installiert. Die MA 22 ist damit die erste Abteilung der Wiener Stadtverwaltung deren Strombedarf teilweise durch saubere Sonnenenergie gedeckt wird. Umweltstadträtin Dipl. Ing. Isabella Kossina: "Damit soll ein Zeichen für die erneuerbaren Energieträger gesetzt werden, die in der Stadt Wien noch viel öfter genutzt werden müssen. Denn die Energiegewinnung aus Sonne, Wind und Biomasse reduziert die Kohlendioxidemissionen und damit den Treibhauseffekt."****

4.000 Kilowattstunden Strom aus Sonnenlicht

Pro Jahr produziert die neue Photovoltaikanlage 4.000 kWh Strom. Das ist soviel wie 1,5 Wiener Haushalte jährlich verbrauchen und entspricht in etwa 3,5 Prozent des Jahresstrombedarfs der städtischen Umweltschutzabteilung (115.000 kWh). Sogar bei bedecktem Himmel wandeln die Photovoltaikzellen das Sonnenlicht in elektrische Energie um. Die Anlage zählt zwar nicht zu den größten in Wien, doch sie zeigt, dass auch im dichtbebauten Stadtgebiet auf kleinen Dächern die Photovoltaik in der Praxis funktioniert. Der Solargenerator ist so ausgelegt, dass er die vorhandene kleine schräge Blechdachfläche optimal ausnützt. Der Wirkungsgrad der Solarmodule beträgt 14 Prozent. Schon in wenigen Jahren wird die Anlage soviel Strom erzeugt haben, wie zu ihrer Herstellung ursprünglich notwendig war. Gesamtkosten für das Projekt betrugen 42.880 Euro, wobei 18.168 Euro von der Stadt Wien gefördert werden.

Aus der Praxis weiß man, dass heutige Photovoltaikanlagen beinah wartungs- und störungsfrei über Jahrzehnte funktionieren. Die zukunftorientierte Investition lohnt sich also langfristig und hat auch noch einen zusätzlichen positiven Nebeneffekt: Da die Module in einem Abstand von zehn Zentimeter von der Dachhaut montiert wurden, kann der Wind ungehindert durchströmen. Die Zugluft kühlt also die Dachfläche und im Sommer ist es in den Büros darunter nicht mehr so unerträglich heiß wie früher - und das ganz ohne treibhausschädliche Klimaanlage.

Die Idee, Sonnenenergie auch in der Wiener Umweltschutzabteilung zu nutzen, wurde im Projekt Umweltmanagementsysteme für städtische Amtsgebäude (PUMA) geboren. Ziel von PUMA ist es, negative Umweltauswirkungen von Amtsgebäuden zu verringern und zum Klimaschutz beizutragen. Für die Errichtung einer Photovoltaikanlage in dieser Bauart sprachen gleich mehrere Gründe: Einerseits musste das Dach ohnehin erneuert werden, der Zeitpunkt war also besonders günstig. Die Sonnenenergie auch zur Warmwasserbereitung zu nutzen, erschien weniger sinnvoll, da das bereits mit umweltfreundlicher Fernwärme geschieht.

Vorbild Berlin

Vorbild für den Einsatz der Photovoltaik bei öffentlichen Gebäuden ist die Berliner Stadtverwaltung. Dort deckt Solarenergie bereits mehr als 10 Prozent des Energiebedarfs der öffentlichen Gebäude. Schritt für Schritt wollen Berlins Stadtväter den Stromanteil aus erneuerbaren Energien für die rund 6.000 öffentlichen Gebäude jährlich um 2 Prozentpunkte erhöhen, wobei mindestens ein Drittel durch Solarstrom gedeckt werden soll. Auch in München wurden bereits rund 60 Solaranlagen auf die Dächer und Fassaden von städtischen Gebäuden geschraubt. Bis zum Sommer 2002 waren in München Solarstromanlagen mit 3 MW Leistung installiert.
Übrigens: Photovoltaikanlagen werden in Wien bis zu einem Leistungsvolumen von 5 kWp gefördert. Die Höhe der Förderung beträgt 50 Prozent der förderbaren Investitionskosten bei einem maximalen Förderungsbetrag von 18.500,-- Euro, das entspricht 3.700,-- Euro pro kWp bezogen auf die Generatorleistung. Infos zur Wiener Solar- und Photovoltaikförderung: Technisch-wirtschaftliche Prüfstelle für Wohnhäuser (MA 25), Tel.: 01 4000 90579. (Schluss) gat

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