AUER: DANKE FÜR DAS PERFEKTE ZUSAMMENSPIEL VON LAND, BEZIRKSHAUPTMANNSCHAFTEN UND BUND

ÖVP-Bürgermeistersprecher für Digitalisierung des Katastropheneinsatzplanes

Wien, 18. September 2002 (ÖVP-PK) Als Bürgermeister und Mann der Freiwilligen Feuerwehr ist der oberösterreichische ÖVP-Abgeordnete und Bürgermeister-Sprecher Jakob Auer selbst aktiv im August im Hochwassereinsatz gestanden. In seiner Rede bei der ÖVP-Klubklausur zog Auer heute, Mittwoch, eine vorläufige Bilanz über das Ausmaß der Hochwasserkatastrophe in Oberösterreich. "Es hat zwar viel weggeschwemmt und ungeheures Leid angerichtet. Aber wir haben auch eine ungeheure Solidarität unter den Menschen erlebt. Das war besonders super", richtete Auer aber auch einen Dank an das Land Oberösterreich, die Bezirkshauptmannschaften und den Bund. "Das Zusammenspiel hat perfekt funktioniert." ****

Den finanziellen Schaden für das Land Oberösterreich schätzt Auer auf rund zwei bis drei Milliarden Euro. Bei den Großschäden an Firmen nannte der ÖVP-Abgeordnete die Firma Engel mit einem Schaden von 100 Millionen Euro. Dazu kommen noch 60 Millionen aus der Betriebsunterbrechung. "Das ist nur ein Betrieb", so Auer. Die Firma Hödlmayr rechnet mit rund 20 Millionen und die Firma Nettingsdorfer mit einem Schaden von acht Millionen Euro. Aber auch in der Landwirtschaft wurden große Schäden angerichtet. Insgesamt waren 12.700 Hektar Land überflutet. Davon rund 6.800 Hektar Ackerflächen, 5.300 Hektar Grünland und 600 Hektar Gemüseanbaugebiet. "Aber es waren auch viele öffentliche und kommunale Einrichtungen betroffen. Schulen, Kindergärten, Gemeindestraßen und ÖBB-Linien wurden unterspült", so Auer.

KATASTROPHENFONDS IST LEBENSWICHTIG

"Die Hochwasserkatastrophe hat uns gezeigt, dass der Katastrophenfonds lebenswichtig ist", so Auer. Derzeit sind in Oberösterreich 15.428 Anträge auf Schadenersatz eingelangt. 12.000 davon wurden bereits positiv erledigt. Vom Land wurden rund 53 Millionen Euro ausbezahlt. Außerdem kann jede Gemeinde sofort und ohne großartiger Begutachtung 400 Euro an Schadenshilfe leisten. Bei größeren Schäden ist diese entsprechend höher.

"Die Einsatzleitung hat in Oberösterreich positiv funktioniert. Die Freiwillige Feuerwehr, das Bundesheer, das Rote Kreuz und viele private Personen haben Übermenschliches geleistet", betonte Auer. In diesem Zusammenhang dankte der ÖVP-Abgeordnete auch den Medien, "die durch ihre Berichterstattung auch eine hohe Hilfsbereitschaft mobilisiert haben."

"Der 12. August war für uns der schlimmste Tag", so Auer. An diesem Rekordtag des Hochwassers standen oberösterreichweit 812 Feuerwehren mit 13.000 Männern und einigen Frauen im Einsatz. Insgesamt erbrachten die oberösterreichischen Feuerwehrmitglieder 880.000 Stunden Arbeitsleistung. Das Rote Kreuz war mit über 4.000 Personen im Einsatz. 382 Personen wurden in Notunterkünften untergebracht. An die 17.000 Portionen Mahlzeiten wurden vom Roten Kreuz zur Verfügung gestellt. Nicht zu vergessen sei aber auch die psychologische Betreuung sowohl der Betroffenen als auch der Einsatzkräfte. 4.760 Soldaten halfen beim Bundesheer und über 1.000 Beamte waren im Bereich der Sicherheitskräfte und der COBRA im Einsatz. "Diese Menschen haben 29 Lebensrettungen durchgeführt. Weitere 2052 Personen wurden von den Sicherheitskräften gerettet", erläutete Auer, erinnerte aber auch an drei Tote in Oberösterreich, einen Mann der Freiwilligen Feuerwehr, einen in der Landwirtschaft Tätigen und einen Bediensteten der Straßenmeistereien.

UMDENKEN IN MANCHEM BEREICHEN NOTWENDIG

"Gerade im Bereich der Raum- und Bauordnung wird ein Umdenken in manchen Bereichen notwendig sein. Das schöne Haus am Bach wird es halt' nicht mehr überall spielen", appelliert Auer aber auch an die Architekten und Baumeister, dass etwa Notstromaggregate oder Rechenzentren so angelegt werden müssen, dass sie auch bei Hochwasser noch funktionieren. Wichtig für den ÖVP-Abgeordneten sei aber auch eine Digitalisierung bei den Katastrophen-einsatzplänen: Wo lagern Ölsperren oder Sandsäcke? Welche gefährlichen Stoffe sind wo vorhanden und welche Heizungsformen sind in Hochwassergebieten sinnvoll? "Denn allein im Bezirk Perg wurden über 300 Öltanks aufgeschwemmt", so Auer.

"Alles in allem kann man aber sagen, dass der Hochwassereinsatz perfekt funktioniert hat. Und wenn wir morgen im Nationalrat die Bundeshilfe beschließen, wird auch der finanzielle Schaden bewältigbar sein", ist Auer zuversichtlich.
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