Volkszählung: Oberes Waldviertel verliert weitere 470 Hauptwohnsitze

GVV-Präsident Koczur fordert Maßnahmenpaket von Bund und Land

St.Pölten, (SPI) Die Entwicklung der Bevölkerungsstruktur in Niederösterreich bereitet dem Verband der sozialdemokratischen Gemeindevertreter (GVV) große Sorgen. Nach Bekanntgabe des Endergebnisses der Volkszählung 2001 durch die zweite Instanz fordert daher Verbandspräsident Anton Koczur umgehend Gegenmaßnahmen seitens des Bundes und des Landes. Wenn nach erfolgreichen Beeinspruchungen -beispielsweise durch Wien - Niederösterreichs Gemeinden eklatante Einwohnerverluste hinnehmen müssen, wie etwa im Oberen Waldviertel, so ist akuter Handlungsbedarf angesagt, betonte Koczur.

Die vier Bezirke des Oberen Waldviertels gehören zu den Verlierern der Volkszählung von 2001. Die Klärung der Zugehörigkeit von strittigen Hauptwohnsitzern im Instanzenweg hat den Entvölkerungstrend weiter verstärkt: Deutlichster Verlierer ist der Bezirk Gmünd mit 180 Personen weniger gegenüber den vorläufigen Zählungsergebnissen. Im Bezirk Zwettl haben nun offiziell 140 Personen weniger ihren Hauptwohnsitz, in Horn 100 und in Waidhofen an der Thaya 50 Personen. Während Krems-Stadt und -Land positive Veränderungen aufweisen, logieren im Oberen Waldviertel per Entscheidung der Zählbehörde nun 470 Menschen weniger als nach dem ersten Resultat. Endergebnis: Gmünd -1264 (-3,1%), Zwettl -612 (-1,3%), Waidhofen an der Thaya - 410, (-1,4%) Horn -65 (-0,2%).

Aus der Studie gehe auch eindeutig hervor, dass Städte bei der Beeinspruchung von Hauptwohnsitzen bessere Karten haben als die Landgemeinden. Ein Beispiel dafür sei wiederum die Bundeshauptstadt, wo durch die Parkpickerl-Verordnung viele niederösterreichische Pendler gezwungen seien ihren Hauptwohnsitz nach Wien zu verlegen -ein Umstand den es zu Überdenken gilt, so Koczur.

"In zehn Jahren verliert alleine das Waldviertel durch diese zusätzlichen Bevölkerungsverluste mehr als 2,2 Millionen Euro", rechnet Anton Koczur vor und sorgt sich um die mittelfristigen Auswirkungen auf die regionalen Infrastrukturen in ganz Niederösterreich: "Es wird zunehmend ein Grad der Entvölkerung erreicht, in dem zu befürchten ist, dass verschiedene Dienstleistungen für die Bevölkerung in Zukunft nicht mehr nach dem Kostendeckungsprinzip zur Verfügung gestellt werden können". Der GVV-Präsident fordert daher ein noch stärkeres Engagement von Bund und Land nicht nur in den vier Bezirken des Oberen Waldviertels, sondern in allen betroffenen Regionen des Landes. Als nachahmenswertes Beispiel begrüße er in diesem Zusammenhang die bereits beschlossene Fortführung der erfolgreichen EURO-FIT-AKTION über die laufende Landtagsperiode hinaus, unterstrich er.
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