GPA-Jugend mit Beschäftigungspakt unzufrieden

GPA-Jugend spricht sich für die kurzfristige Wiedereinführung der JASG-Stiftungen aus - es müssen allerdings neue Modelle auf den Verhandlungstisch

Wien (GPA). "Wir geben uns nicht damit zufrieden, dass Österreichs arbeitslose Jugendliche für 10 Monate aus der Arbeitslosen-Statistik verschwinden, und danach genauso wie vorher dastehen", zeigt sich Christian Jammerbund, Bundesjugendvorsitzender der GPA, über den gestern beschlossenen Beschäftigungspakt enttäuscht. Genau darauf zielen die getroffenen Vereinbarungen über das "Zwischenlagern" arbeitsloser Jugendlicher in Lehrgängen, nach Einschätzung der GPA Jugend, ab.++++

"Das ist Kosmetik eines massiven gesellschaftspolitischen Problems. Die Kopfgeld-Förderungen bewirken weder neue Ausbildungsplätze noch wirken sie qualitätssichernd bei den bestehenden, wie die Vergangenheit eindrucksvoll gezeigt hat", erläutert Jammerbund. "Es ist beschämend, dass sich 'Noch-Bundeskanzler' Schüssel am Ende des gescheiterten Projektes 'Blau-Schwarz' hinstellt und diese Initiative der Sozialpartner als seinen Erfolg verkaufen möchte", entzaubert Jammerbund den billigen Wahlkampftrick des Kanzlers.

Um den betroffenen Jugendlichen eine echte Chance auf berufliche Ausbildung zu gewährleisten, fordert die GPA Jugend deshalb die kurzfristige Wiedereinführung der JASG (Jugendausbildungssicherungsgesetz)-Stiftungen. Diese bieten Jugendlichen die Möglichkeit, im Bedarfsfall die volle Lehrzeit, inklusive Lehrabschlussprüfung, zu absolvieren.

"Über die Zeit der kurzfristigen Maßnahmen hinaus, muss uns jedoch bewusst sein, dass auch die JASG Stiftungen kein Allheilmittel sind", so Anita Stavik, Bundesjugendsekretärin der GPA. "Denn, wenn die letzte AMS-Rückstellung aufgebraucht ist - über die der JASG finanziert wird -, ist sich die Wirtschaft ihrer sozialen Verantwortung, den Jugendlichen ein Recht auf Ausbildung zu gewähren, mit Sicherheit immer noch nicht bewusst."

Die GPA Jugend befindet sich in der Schlussphase der Ausarbeitung von neuen Modellen, die die herkömmliche Schiene der dualen Ausbildung erweitern sollen. Ziel dieser Modelle ist, dass sie sich über den Lastenausgleich selbst finanzieren. "Wir werden diese Konzepte in Kürze präsentieren und fordern alle Beteiligten auf, nicht durch Betonieren oder Festhalten an 'alten Werten' eine zukunftsträchtige Lösung für alle Jugendlichen zu verhindern", schließt Jammerbund.

ÖGB, 18. September 2002
Nr. 709

Rückfragen & Kontakt:

GPA Jugend
Christian Jammerbund
Mobil: 0676/817 111 007

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0002