Glawischnig: Kritik an geplanter Verbauung Kärntner Wildbäche

Naturzerstörende Kraftwerksprojekte müssen gestoppt werden

Klagenfurt(OTS) - "Das ist mutwillige Naturzerstörung mit unvorhersehbaren Konsequenzen,- auch für den Fremdenverkehr", kritisiert die stv. Bundessprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, Kritik die geplante Verbauung mehrerer naturnaher Wildbäche in Kärnten. Für mindestens vier Wasserkraftwerke sollen naturnahe Bäche, die teilweise sogar in Nationalparkzonen liegen, über kilometerlange Strecken so gut wie trockengelegt werden, so Glawischnig.

Die Abgeordnete hat die ressortverantwortlichen Landesräte Reinhart Rohr (SPÖ) und Georg Wurmitzer (ÖVP) brieflich aufgefordert, die Projekte zu stoppen. Auch Landeshauptmann Jörg Haider und die Bundesminister Molterer und Bartenstein wurden aufgefordert, sich gegen die neuen Kraftwerke einzusetzen. "Die erzielbare, geringe Stromproduktion steht in keinem Ausmaß zur großflächigen Naturzerstörung durch die Projekte", so Glawischnig. Die Kraftwerksbauten verstoßen zudem gegen geltendes EU-Recht. Laut der EU-Wasserrahmenrichtlinie gilt ein EU-weites Verschlechterungsverbot von naturbelassenen Gewässern. "Nicht zuletzt die verheerende Hochwasserkatastrophe im heurigen August hat klar gezeigt, dass dringend ein anderer Kurs in der österreichischen Flussbaupolitik eingeschlagen werden muss", so Glawischnig.

Besonders gravierend ist laut Glawischnig der Fall Wolfsbach, der gegen den klaren Willen der lokalen Bevölkerung für ein Wasserkraftwerk über ca. vier Kilometer Strecke ausgeleitet werden soll, um neben der Stromerzeugung auch Wasser für die Beschneiungsanlagen im Schigebiet Katschberg zu liefern. Der Wolfsbach würde fast vollständig trockengelegt werden, die einmalige Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren in der Region bedroht. Auch am Gradenbach soll - im Gebiet des Nationalparks Hohe Tauern! - ein Kraftwerk errichtet werden. Der Wildbach soll über 2,5 Kilometer ausgeleitet werden. Und das obwohl dieser streckenweise völlig naturbelassene Alpenbach sogar als Referenzstrecke für die EU-Wasserrahmenrichtlinie ausgewiesen wurde. Diese "Referenzstrecken" sind die "besten" natürlichen Flussstrecken Österreichs und dienen als Leitbilder für die EU-Wasserrahmenrichtlinie. Auch weitere geplante Kraftwerksprojekte am Niedergailbach (Lesachtal) und an der Lavant (bei Twinberg) sind auch Naturschutzsicht negativ zu bewerten.

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