Schabl: Lehrstellenmarkt liegt am Boden

Blauschwarz lässt Tausende junge Menschen im Stich

St. Pölten, (SPI) - Österreichweit sind 5.000 Jugendliche ohne Lehrstelle, in Niederösterreich sind es rund 1.000 junge Menschen, die dringend eine Lehrstelle suchen. "Tausende jugendliche Schulabgänger und ihre Familien stehen vor einer ungewissen Zukunft. Wir Gewerkschafter sagen, dass jeder Jugendliche ein Recht auf Ausbildung hat. Die Regierung muss daher endlich wirksame Maßnahmen setzen, anstatt sich in Gesundbeten zu üben. Wir brauchen daher für die rund 5.000 lehrstellensuchenden SchulabgängerInnen der Jahrgänge 2001 und 2002 dringend entsprechende Maßnahmen, wie beispielsweise einen Lehrlingsfonds, der die Ausbildung der Jugend garantiert und den jungen Menschen damit eine Zukunft gibt", so der Zweite Präsident des NÖ Landtags und Vorsitzende der Fraktion FSG des ÖGB Niederösterreich, LAbg. Emil Schabl.****

Statt wie der Präsident der österreichischen Industriellenvereinigung (IV), Peter Mitterbauer, "eine gezielte Zuwanderung von Fachkräften aus den EU-Beitrittsländern und eine Verkürzung der von Österreich ausgehandelten Übergangsfristen für den Arbeitsmarkt im Zuge der EU-Erweiterung" zu fordern, sollen österreichische Unternehmen endlich jene Lehrplätze anbieten, die wir benötigen. "Der von der Wirtschaft immer wieder ins Spiel gebrachte Facharbeitermangel ist zum Teil selbstverschuldet - die Unternehmen müssen mehr ausbilden, statt zu klagen", so Schabl. Der Handlungsbedarf der Bundesregierung ist vor allem deswegen so groß, weil die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmer ständig zurückgeht - und das trotz enormer finanzieller Förderungen. Gab es 1991 noch 141.099 Lehrlinge in Österreich, so ist die Zahl im Jahr 2001 bereits auf 122.167 gesunken. Das bedeutet einen Rückgang um 18.932 Lehrlinge oder 13,42 Prozent. Von vielen Unternehmern werden laufend Rufe nach mehr Förderungen laut. Dass dies jedoch nicht mehr Lehrstellen bringt, zeigen die derzeit geltenden finanziellen Entlastungen. Allein im Jahr 2001 wurden den Unternehmern finanzielle Entlastungen von mehr als 94 Millionen Euro (knapp 1,3 Mrd. Schilling) zugestanden. Die Anzahl der angebotenen Lehrstellen ging trotzdem zurück.

Die Wirtschaft beklagt trotz mehr als 200.000 Arbeitsloser einen angeblichen Fachkräftemangel, macht aber selbst viel zu wenig für die Aus- und Weiterbildung. Außerdem geben die Unternehmen viel zu wenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die Chance zur Weiterbildung im Betrieb. Wir brauchen mehr Förderungen für Schulen und Fachhochschulen - diese wichtigen Bildungseinrichtungen müssen derzeit aufgrund von "Platzmangel" Tausende Jugendliche abweisen. "Es geht um die Chancen der Jugendlichen und schließlich auch um die Qualität des Wirtschaftsstandorts Österreich. Wir brauchen daher eine Ausbildungsoffensive im Bereich der Facharbeiter, ein Auffangnetz für jobsuchende Jugendliche und einen Lehrlingsfonds für die ausreichende Bereitstellung von Lehrplätzen für unsere Jugendlichen", so Schabl. (Schluss) fa

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