"Kleine Zeitung"-Kommentar: "Das Angebot" (Von Hubert Patterer)

Ausgabe vom 18. 9. 2002

Graz (OTS) - Mathias Reichhold, der Kurzzeit-Dissident, kehrt zurück und Hans Achatz, der Rechtsputschist, tritt ab.

Die beiden Rochaden werden der schwer zugerichteten FPÖ vorübergehend Halt geben. Rechtzeitig vor dem Versehrtenkonvent am Samstag in Oberwart hat die Partei gute Aussichten zur Ruhe zu kommen. Mehr als die Stabilisierung ihres Zustandes kann sie derzeit ohnehin nicht erhoffen.

Zwischen beiden Personalentscheidungen besteht nicht nur ein zeitlicher Zusammenhang. Reichhold war nur bereit, das blaue Minenfeld zu betreten, wenn es zuvor entschärft wird. Mit dem Abgang des rabiaten Europagegners Achatz hat man einen explosiven Sprengkörper beseitigt und den benachbarten, Ewald Stadler, isoliert. Der kann nur noch implodieren.

Wenn man berücksichtigt, dass nach den Rücktritten quasi nur noch die
B-Mannschaft der FPÖ übrig blieb, wäre Reichhold eine solide, integrative Wahl. Er hat sein monströses Ministerium, an dem zwei Vorgänger scheiterten, erstaunlich rasch in den Griff bekommen, beherrscht das politische Handwerk und polarisiert nicht. Er ist ein Versöhnungsangebot nach innen und ein Regierungsangebot nach außen. ****

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