Sallmutter: HV-Präsident Gleitsmann betreibt Realitätsverweigerung

Verzicht auf Mehreinnahmen bedeutet Leistungskürzung

Wien (ÖGB/GPA). "Die Initiativen des neuen Hauptverbandspräsidenten Martin Gleitsmann, durch innovative Struktur- und Präventionsmaßnamen die Kostensituation der Krankenkassen zu verbessern, ist grundsätzlich zu begrüßen. Die Behauptung, es seien genügend Mittel für eine längerfristige Finanzierung vorhanden, bedeutet aber eine beachtliche Portion Realitätsverweigerung", betont der GPA-Vorsitzende und frühere Hauptverbandspräsident, Hans Sallmutter, in einer Reaktion auf die gestrige Antrittspressekonferenz von Gleitsmann.++++

"Würde Gleitsmann die Prognosen aus dem eigenen Haus ernst nehmen, so könnte er nicht derartige Aussagen tätigen. In einer Phase, in der praktisch allen Kassen bereits der finanzielle Kollaps droht, müsste man von einem neuen Präsidenten mehr erwarten dürfen als ein Schönreden der Situation. Faktum ist, dass die verfehlte Gesundheitspolitik der vergangenen zwei Jahre der nächsten Regierung, wie immer sie aussieht, ein finanzieller Scherbenhaufen hinterlassen wird. Ein Verzicht auf Mehreinnahmen für das Gesundheitssystem kann nur zu weiteren Leistungskürzungen zu Lasten der Versicherten führen, wie wir das in den vergangenen zwei Jahren bereits erleben mussten", so Sallmutter.

Bemerkenswert findet Sallmutter die Aussagen Gleitsmanns zu den Unvereinbarkeitsbestimmungen im Hauptverband: "Vertritt Gleitsmann in dieser Frage den Standpunkt der Wirtschaftskammer, so ist zu fragen, warum diese im Juli des Vorjahres der Hauptverbandsreform zugestimmt hat und die Einigung mit dem Sozialpartner ÖGB leichtfertig in den Rundordner befördert wurde. Hätten manche in der ÖVP schon früher etwas Rückgrat gezeigt, dann wäre uns in diesem Land einiges erspart geblieben", so der GPA-Vorsitzende. Es ist nur zu hoffen, dass mit dem Ende des blau-schwarzen-Experiments auch in der Gesundheitspolitik wieder Sachpolitik statt ideologische Scharfmacherei Einzug findet und gemeinsam Strategien zur langfristigen Absicherung unseres solidarischen Finanzierungssystems gefunden werden."

ÖGB, 17. September 2002
Nr. 705

Rückfragen & Kontakt:

GPA
Mag. Martin Panholzer
Telefon: (01) 313 93-511
Mobil: 0676/817 111 511
eMail: martin.panholzer@gpa.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001