ÖAMTC: Straßen nach Hochwasserschäden verkehrssicher sanieren

Bei Straßen-Erneuerungen sollten Unfallhäufungspunkte ausgemerzt werden

Wien (ÖAMTC-Presse) - Der Hochwasser-Katastrophe im vergangenen August fielen zahlreiche Straßen und Brücken in Salzburg, Ober- und Niederösterreich zum Opfer. Bei deren Sanierung oder Neuerrichtung sollte unbedingt auf die Verkehrssicherheit geachtet werden, fordert der ÖAMTC. "Hier bietet sich die Gelegenheit, unfallträchtige Straßen dem Stand der Technik anzupassen", so ÖAMTC-Verkehrsexperte Roman Michalek. "Dabei sollte vor allem auf ausreichende Fahrbahnbreiten und Kurvenradien sowie die sichere Ausgestaltung der Randbereiche geachtet werden." Außerdem seien ausreichende Sichtverhältnisse, vor allem an Kreuzungspunkten, zu gewährleisten, so Michalek weiter.

Als Beispiele für unfallträchtige Straßenstücke, die vom Hochwasser teilweise zerstört wurden, nennt der ÖAMTC die B 19 im Bereich der Westumfahrung Tulln mit der Donaubrücke bis Perzendorf sowie die B 38 und die L 71 im Großraum Zwettl.

Im Zuge der Sanierung von Unfallhäufungsstellen, zu der der Straßenerhalter verpflichtet ist, besteht gerade jetzt die Möglichkeit, anstatt "kosmetischer" Maßnahmen, wie der Verordnung von Geschwindigkeitsbeschränkungen, konkrete Verbesserungen an der Straßenanlage zu schaffen.

Vier von zehn Verkehrsunfällen in Österreich ereignen sich auf Freilandstraßen. Aber beinahe 80 Prozent aller im Straßenverkehr getöteten Personen verunglücken auf Überlandstrecken. Neben überhöhten Fahrgeschwindigkeiten der Autofahrer sind häufig Mängel der Straßenanlage oder des Fahrbahnbelages Unfallursachen. Allein in Niederösterreich starben im vergangenen Jahr 160 Menschen bei Unfällen auf Bundes- oder Landesstraßen im Freiland.

Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit fordert der ÖAMTC folgende Maßnahmen:
* Die Schaffung von Überholstrecken entlang stark befahrener Bundesstraßen durch dreispurigen Ausbau.
* Die Errichtung von Kreisverkehr-Anlagen auf unfallträchtigen Kreuzungen.
* Die Entfernung von Einzelbäumen, vor allem in Kurvenbereichen.
* Den Ausbau des Begleitwegenetzes zur Trennung von landwirtschaftlichen Verkehr, Pkw- und Lkw-Verkehr.
* Die Schaffung sicherer "Auslaufzonen" auf Strecken, wo viele Unfälle durch abkommen von der Fahrbahn passieren.
Straßenbauliche Maßnahmen sind immer mit erheblichen Kosten verbunden. Daher werden unfallträchtige Strecken auch oft erst sehr spät baulich adaptiert. "Die Hochwasser-Tragödie im vorigen Monat bietet, trotz all seiner negativen Auswirkungen, die Möglichkeit, das nun zur Verfügung gestellte Geld sinnvoll einzusetzen und die zerstörten Straßen nicht nur hochwasser- sondern auch verkehrssicher zu gestalten", so Michalek abschließend.

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ÖAMTC-Pressestelle/Hannes Kerschl

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