OeNB - Die österreichische Zahlungsbilanz in den Monaten Jänner bis Juli 2002

auf Basis von Zahlungsströmen; "Cash-Basis"

Wien (OTS) - Die österreichische Leistungsbilanz ergab für Jänner bis Juli 2002 mit -0,23 Mrd. Euro ein deutlich niedrigeres Defizit als im Vergleichszeitraum 2001 (-3,45 Mrd. Euro).
Der negative Saldo der Teilbilanz Warenzahlungen verringerte sich im Berichtszeitraum Jänner bis Juli um 3,39 Mrd. Euro auf -1,92 Mrd. Euro und war damit für die Leistungsbilanzverbesserung ausschlaggebend. Ursache dafür war ein Anstieg der Exporterlöse um 5 % bei einem Rückgang der Importzahlungen um 2 %.
Einen positiven Beitrag zur Verringerung des Leistungsbilanzdefizits erbrachten auch die Dienstleistungen. Eine ihrer wichtigsten Komponenten, der Reiseverkehr, wies mit einem Saldo von 1,76 Mrd. Euro einen höheren Überschuss als in der Vergleichsperiode des Vorjahres auf (Jänner bis Juli 2001: 1,58 Mrd. Euro). Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass durch eine statistische Erfassungsänderung im Bereich der Reiseverkehrsausgaben der Vergleich zum Vorjahr nur eingeschränkt möglich ist: Die Reiseverkehrsausgaben der Österreicher können seit der Einführung des physischen Euro nicht mehr aus Zahlungsströmen, sondern nur mehr durch Stichprobenbefragungen erfasst werden. Damit werden sie nicht mehr dem Zahlungstermin, sondern dem Zeitpunkt der Reise zugeordnet, woraus sich ein verändertes - aber der ökonomischen Realität besser entsprechendes - "Saisonmuster" der Reiseverkehrsausgaben ergibt. Dies zeigt sich z.B. in den Juli-Daten, die den sprunghaften Anstieg der Auslandsreisen der Österreicher widerspiegeln. Für den Berichtszeitraum errechnet sich ein Anstieg der Reiseverkehrsausgaben um 8% und der Reiseverkehrseinnahmen um 9 %.

Das Nettodefizit der Einkommensbilanz erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 0,17 Mrd. Euro auf -0,93 Mrd. Euro. Die höheren Nettoabflüsse der Einkommen aus Portfolioinvestitionen sowie aus Direktinvestitionen wurden durch höhere Zuflüsse der Einkommen aus sonstigen Investitionen nicht völlig kompensiert.
Das Defizit der Laufenden Transfers war mit - 1,34 Mrd. Euro höher als in der Vergleichsperiode (- 0,96 Mrd. Euro). Das Defizit der Vermögensübertragungen stagnierte auf geringem Niveau (- 0,11 Mrd. Euro).
Die Kapitalbilanz zeigte im Berichtszeitraum im Bereich der Direktinvestitionen, der Portfolioinvestitionen sowie der Finanzderivate Nettokapitalabflüsse und in der Teilbilanz Sonstige Investitionen Nettokapitalzuflüsse.
Die Direktinvestitionen österreichischer Unternehmen im Ausland erreichten im Berichtszeitraum ein Volumen von 2,95 Mrd. Euro, das sind um 1,33 Mrd. Euro mehr als im Vergleichszeitraum Jänner bis Juli 2001. Die Direktinvestitionen des Auslands in Österreich wurden gegenüber dem Vergleichszeitraum 2001 zurückgenommen und drehten sogar in einen Kapitalexport in Höhe von 0,16 Mrd. Euro (Desinvestitionen).
Die grenzüberschreitenden Wertpapiertransaktionen ergaben von Jänner bis Juli 2002 Nettokapitalabflüsse in Höhe von 1,29 Mrd. Euro. Ausländische Wertpapiere wurden in Höhe von 20,63 Mrd. Euro durch österreichische Anleger erworben (Jänner bis Juli 2001: 15,12 Mrd. Euro). Die Veranlagung des Auslands in österreichische Titel war mit 19,34 Mrd. Euro ebenso um rund 5 Mrd. Euro höher als in den ersten sieben Monaten 2001. Sowohl bei ausländischen wie bei österreichischen Titeln entfiel der Großteil der Neuveranlagungen auf langfristige festverzinsliche Wertpapiere.
Die Sonstigen Investitionen - überwiegend das Ergebnis der grenzüberschreitenden Einlagen- und Kreditbewegungen des Bankensystems - ergaben in der Berichtsperiode einen Nettokapitalimport von 1,39 Mrd. Euro.
Die offiziellen Währungsreserven zeigten eine transaktionsbedingte Abnahme in Höhe von 1,26 Mrd. Euro.

LEISTUNGSBILANZ .............. -1,63 -1,04 -3,45 -0,23

1) Zunahme: -; Abnahme:+.
Rundungen können Rechnungsdifferenzen ergeben

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