Junge Generation der SPÖ protestiert in offenem Brief an ORF-GD Lindner gegen "unausgewogene ORF-Berichterstattung"

Wien (SK) In einem offenen Brief, den die Junge Generation
der SPÖ heute, Donnerstag, an ORF-Generaldirektorin Monika Lindner richtet, protestiert die Jugendorganisation gegen die "unausgewogene Berichterstattung" in den Nachrichtensendungen des ORF-Fernsehens. Darin werde einerseits die ÖVP auffällig bevorzugt, während andererseits der Opposition beinahe überhaupt kein Raum gegeben werde. Der SPÖ-Pressedienst bringt im folgenden den Brief im Wortlaut. ****

Sehr geehrte Frau Dr. Lindner!

Der ORF hat als öffentlich-rechtlicher Sender die gesetzliche Verpflichtung zu einer objektiven Berichterstattung über politische Ereignisse. Das muss selbstverständlich beinhalten, dass alle relevanten Stimmen (Parteien, Interessenvertretungen, Gewerkschaften etc.) in der Berichterstattung berücksichtigt werden, und zwar in einer nachvollziehbaren, das heißt, ausgewogenen Verteilung der Sendezeiten und Beiträge, denn die Zeiten des "Schwarz-Weiß (Blau)" Fernsehens sind vorbei.

Beispielsweise wurde am Montag, 9. September 2002, die verpflichtend gebotene Ausgewogenheit krass missachtet. Der ORF widmete in den Sendungen ZIB 1, ZIB 2 und der Sondersendung zur Neuwahl 71,6 Prozent der Sendezeit der ÖVP, 39,5 Prozent der FPÖ, nur 8,6 Prozent der SPÖ und 4,9 Prozent den Grünen.
Dies kann nicht als ausgewogene Berichterstattung angesehen werden. Das ist eine eklatante Unterrepräsentation der Oppositionsparteien SPÖ und Grüne in diesen aktuellen Sendungen.

Das Mediengesetz schreibt eine ausgewogene und objektive Berichterstattung vor und wir fordern mit allem Nachdruck, dass Sie sich in Zukunft intensiv um die Umsetzung des Programmauftrags des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kümmern. Der ORF darf nicht zum privaten Wahlkampfmedium von ÖVP und FPÖ mutieren, sondern muss eine demokratiepolitisch wichtige Einrichtung der umfassenden Information, Bildung und Unterhaltung bleiben.

Wir fordern Sie daher auf, in Zukunft dafür Sorge zu tragen, dass der ORF seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag erfüllt und nicht zu einem schwarz-blauen Propagandainstrument verkümmert. Sonst würden Sie die Vorgaben des Gesetzgebers bewusst missachten, und sich als Leiterin des ORF klar disqualifizieren. Das zahlende ORF-Publikum hat das Recht auf eine objektive Berichterstattung und will keine parteipolitisch motivierte Propaganda."

Kerstin Suchan, e.h.
Bundesvorsitzende der Jungen Generation in der SPÖ

(Schluss) wf/mm

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