Ungarn - Geheimtip der Woche

Die Nördliche Tiefebene

Wien (OTS) - "Das Land der Fata Morgana" nennen die Ungarn selbst diesen nordöstlichen Teil des Landes, der in weiten Teilen von einer der typischsten Landschaften Ungarns bestimmt wird, der Puszta. Genauer gesagt, der Hortobágy-Puszta.

Diese letzte ausgedehnte Heidelandschaft Mitteleuropas wurde 1973 zum Nationalpark erklärt und zählt seit Dezember 1999 zum Welterbe der UNESCO. In der natürlichen Salzsteppenlandschaft, zu deren einzigartigen Naturphänomenen die "Salzblumen" gehören, scheint die Hirtenwelt noch in Ordnung. Riesige Herden uralter Haustierrassen wie Graurind und Zackelschaf, aber auch Büffel und natürlich Pferde prägen das Bild bis zum Horizont, an dem im flirrenden Sonnenlicht tatsächlich immer wieder Lufspiegelungen, sogenannte Fata Morganas, erscheinen, wie man sie sonst nur aus der Wüste kennt. Auch die typisch ungarischen Hunderassen, der Kuvasz und der Komondor, exzellente Hirtenhunde, stammen von hier .Das faszinierendste Phänomen der Tierwelt der Hortobágy-Puszta sind jedoch die zehntausenden Zug- und Wasservögel, für die sie als Rückzugs- und Rastplatz dient. Etwa 340 Arten wurden bisher gezählt. Besonders imposant ist der Zug der Reiher im Frühjahr und Herbst.

Regelmäßige Regenschauer verwandeln das Land immer wieder in schimmernde Wasserflächen und Blumenteppiche. Zahlreiche seltene, nur hier vorkommende Pflanzen- und Tierarten, wie Sumpfrosen oder die Ungarische Gemswurz, die Brachschwalbe oder die Zwerggans, aber auch an die besonderen Verhältnisse angepaßte Salzpflanzen und Insektenarten leben hier. Bewässerungen haben Teile der Steppe zu fruchtbarem Ackerland werden lassen, wo Sonnenblumen-, Korn- und Mohnfelder wogen.

Die seit Menschengedenken besiedelte Landschaft zeigt auch heute noch kulturell interessante Spuren der Ahnen, wie Hügelgräber aus der Kupferzeit, kleine Kirchlein, die einsam in der Ebene stehen, und jahrhundertealte Einschichthöfe, vielfach noch immer bewirtschaftet.

Das Wahrzeichen der Hortobágy-Puszta ist die mitten in der Landschaft stehende Neun-Bogen-Brücke über das Flüßchen Hortobágy. Heute ein beliebtes Ausflugsziel, war sie einst Rast- und Mautstelle auf dem Weg von Budapest nach Debrecen. Sie wurde 1833 als damals längste Steinbrücke Ungarns an Stelle einer alten Holzbrücke errichtet.

Erinnerungen an die Vergangenheit kann man im Hirtenmuseum neben der Brücke sehen, das einen interessanten Einblick in die Welt der Hirten einst und jetzt bietet. Die einstige Post-, Rast- und Pferdewechselstation an der Brücke ist das älteste Gebäude der Puszta und stammt aus dem Jahr 1699. In dem unter Denkmalschutz stehenden Haus befindet sich heute die "Hortobágyi-Csárda", ein Muß für jeden Puszta-Besucher. Nicht nur wegen der Schönheit des Baudenkmals, sondern auch wegen der typischen Spezialitäten, vom original Kesselgulasch bis zu den berühmten fleischgefüllten "Hortobágy-Palatschinken".
Hauptstadt der Nördlichen Tiefebene ist die Universitätsstadt Debrecen, zweitgrößte Stadt Ungarns und einst das "Rom der Calvinisten" genannt. Die Gründung des Reformierten Kollegiums im Jahre 1738 trug wesentlich zur geistigen und kulturellen Entwicklung der Stadt bei, die bis heute das kulturelle Zentrum der Stadt ist. Ihre zweite große Bedeutung hat sie als Kurstadt mit seinem Heil- und Freibad, das 18 Innen- und Außenbecken umfaßt mit einer Wasserfläche von über 6000 m2.

Der zweite wichtige Kurort der Region, etwa 20 km von Debrecen entfernt, ist Hajdúszoboszló, seit 1925 als "Mekka der Rheumakranken" bekannt. Das Frei- und Heilbad und der Erlebnis-Aquapark liegen auf einem 30 ha großen Gelände.

Informationen:
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Fax 0036/56/516116,
miszolnok@hungarytourism.hu, Internet: www.eszakalfoldi.hu

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