133 JAHRE PARLAMENTSBIBLIOTHEK - NUR WAS SICH ÄNDERT BLEIBT! Erste umfassende Geschichte der Bibliothek im Parlament präsentiert

Wien (PK) - Die Geschichte der Parlamentsbibliothek ist das Thema eines neuen Buches, das Nationalratspräsident Heinz Fischer heute gemeinsam mit der Direktorin der Parlamentsbibliothek, Elisabeth Dietrich-Schulz im Parlament vorstellte. Der Titel des Buches
lautet "Nur was sich ändert, bleibt! Die österreichische Parlamentsbibliothek im Wandel der Zeit 1869-2002". Als Autor zeichnet der Politikwissenschafter Christian Pech verantwortlich, der sein Werk während seines einjährigen Praktikums in der Parlamentsbibliothek verfasst hat.

Unter den zahlreich erschienenen Gästen begrüßte Nationalratspräsident Heinz Fischer namentlich den ehemaligen Präsidenten des Bundesrates, Herbert Schambeck, die ehemalige Zweite Präsidentin des Nationalrates, Marga Hubinek, und die ehemalige Dritte Nationalratspräsidentin Heide Schmidt. Auf das Buch Christian Pechs eingehend schilderte Präsident Fischer zunächst, wie wertvoll die Bibliothek das Hauses für die Parlamentarier ist, in der sie Literatur, Unterlagen und Informationen zu ihren verschiedenen Arbeitsgebieten finden. Der Präsident wies seine Gäste auch auf die überaus interessante Geschichte der Bibliothek hin, die etwa auch den jungen Karl
Renner mehr als ein Jahrzehnt lang zu ihren Mitarbeitern zählte. Karteikarten mit der Handschrift des späteren Staatskanzlers, Nationalratspräsidenten und Bundespräsidenten werden in der Parlamentsbibliothek noch heute verwendet. Nicht zuletzt
erinnerte der Nationalratspräsident an die mutige Bibliothekarin Dr. Hilda Rothe, die die Parlamentsbibliothek in der Zeit des Dritten Reiches vor der Auflösung bewahrte und sie am Ende des Zweiten Weltkrieges gegen Plünderungen verteidigte.

Die Direktorin der Parlamentsbibliothek, Elisabeth Dietrich
Schulz würdigte das Buch Christian Pechs, der trotz schwieriger Quellenlage - viele wichtige Dokumente zur Bibliotheksgeschichte fielen dem Brand des Justizpalastes zum Opfer - die 133-jährige Entwicklung der heute größten wissenschaftlichen Bibliothek für politische Literatur für den Leser spannend erzählt hat.
Elisabeth Dietrich-Schulz berichtete von der Gründung der Bibliothek im Mai des Jahres 1869, als der Reichsrat 6.000 Bücher des aufgelösten Staatsrates übernahm und damit den Aufbau einer Parlamentsbibliothek einleitete, die bald zu den
besteingerichteten der Welt zählte. Heute stellt die Bibliothek
des Parlaments mit 300.000 Bänden, 519 Periodika, 300 Loseblattsammlungen und 112 Datenbankanschlüssen die größte wissenschaftliche Sammlung politischer Literatur des Landes dar.
Die Bibliotheksdirektorin schilderte auch den permanenten Kampf
der Bibliothekare um Platz und Personal und hob deren Leistungen
bei der wissenschaftliche Erschließung der wachsenden Bestände hervor. Und nicht ohne Stolz machte Elisabeth Dietrich-Schulz auf die bedeutenden Persönlichkeiten aufmerksam, die in der Parlamentsbibliothek arbeiteten, Siegfried Lipiner etwa, ein typischer Vertreter des Wiens der Jahrhundertwende, der zu den Freunden Gustav Mahlers zählte und mit seinen literarischen
Werken dessen Kompositionen beeinflusste.

Die Bibliotheksdirektorin nützte die Präsentation von Christian Pechs Buch auch zur Darstellung aktueller Projekte der Parlamentsbibliothekare, so die bereits weit gediehenen
Bemühungen, alle Kataloge via Internet online zugänglich zu machen, und das Bemühen um die möglichst vollständige Erfassung der Publikationen von Parlamentariern, in die die Parlamentsbibliothekare auch die rege Tätigkeit der Abgeordneten als Herausgeber oder Autoren von Vorwörtern einbeziehen.

Christian Pechs reich illustriertes Buch "Nur was sich ändert, bleibt! Die österreichische Parlamentsbibliothek im Wandel der
Zeit 1869-2002", wird von der Parlamentsdirektion herausgegeben, umfasst 150 Seiten und kann im Info-Shop des Parlaments zum Preis von 10 Euro erworben werden (Forts.)

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