Glawischnig: Katastrophenschutz durch Umweltschutz

Grüne für ökologischen Hochwasserschutz und rasche Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen

Wien (OTS) - Nach der verheerenden Hochwasserkatastrophe treten die Grünen für eine ökologische Wende im Hochwasserschutz und die rasche Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen ein. "Nach rascher Hilfe für die Betroffenen müssen aus der Katastrophe auch Lehren für die Zukunft gezogen werden", so Eva Glawischnig, Umweltsprecherin der Grünen. "Die Flutkatastrophe ist zu großen Teilen hausgemacht. Eine verfehlte Flussbau- und Klimaschutzpolitik haben wesentlichen Anteil am dramatischen Ausmaß der Katastrophe. Umweltschutzmaßnahmen sind daher die beste Investition in einen wirksamen Katastrophenschutz", so Eva Glawischnig, stv. Bundessprecherin der Grünen.

In den letzten Jahrzehnten haben die österreichischen Flüsse durch Regulierungsmaßnahmen erheblich an ökologischer Qualität verloren, Flussläufe wurden begradigt, zahlreiche Staustufen errichtet, Nebenarme abgetrennt, Auwälder und Überflutungsarme als Lebensräume für Pflanzen und Tiere verschwanden. "Durch diese verfehlte Flussbaupolitik hat sich die Fließgeschwindigkeit der Flüsse erhöht. Überschwemmungen kommen schneller und stärker", so die Umweltsprecherin. "Großflächige Flächenversiegelung durch Strassen-und Siedlungsbau und die Verdichtung der Böden durch die industrialisierte Landwirtschaft haben die Situation weiter verschärft", kritisiert Glawischnig. Die Grünen treten für einen Rückbau der Flüsse, ein Abbremsen der Flächenversiegelung und einen ökologischem Umbau der Landwirtschaft ein.

Zweite Hauptursache für häufigere Unwetterkatastrophen ist nach Aussagen renommierter Klimaforscher eindeutig der menschengemachte Treibhauseffekt. "Auch hier besteht in Österreich dringender Handlungsbedarf. Unter ÖVP-Umweltminister Molterer sind die Treibhausgasesmissionen weiter angestiegen, Österreich gehört bereits zu den EU-Schlusslichtern", kritisiert Glawischnig. Die Grünen treten für eine rasche Finanzierung und Umsetzung eines Klimaschutzprogramms ein. "Neben positiven Auswirkungen auf die Umwelt und den Hochwasserschutz würde dieses Programm auch Impulse für die Wirtschaft und Tausende neue Arbeitsplätze schaffen", so Glawischnig. "Wenn jetzt nicht aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt wird, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Katastrophe auch mitten in Europa wieder unzählige Menschen ihrer Existenzgrundlagen beraubt und Todesopfer fordert", so Glawischnig abschließend.

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