Friedrich Achleitner erhält hohe Auszeichnung

Wien (OTS) - Friedrich Achleitner, Architekturkritiker und ehemaliges Mitglied der "Wiener Gruppe", erhält am Freitag im Wiener Rathaus das "Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien". Die Verleihung nimmt Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny vor, die Laudatio hält Dietmar Steiner, Direktor des Architekturzentrum Wien.

Die Ehrung findet am Freitag, 13. September, 11 Uhr, im Stadtsenatssitzungssaal im Wiener Rathaus statt.

Friedrich Achleitner wurde 1930 in Schalchen, Oberösterreich, geboren. Nach der Schulzeit absolvierte er die Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er in der Meisterklasse Clemens Holzmeister sein Architekturdiplom erwarb. Anschließend studierte er Bühnenbild bei Emil Pirchan und arbeitete gleichzeitig als freischaffender Architekt. In diese Zeit fiel die Umgestaltung der Rosenkranzkirche Hetzendorf, die er gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Johann Georg Gsteu plante.

Ende der 50er bildete Friedrich Achleitner gemeinsam mit H.C. Artmann, Konrad Bayer, Gerhard Rühm und Oswald Wiener die "Wiener Gruppe", die bedeutendste Avantgardeformation nach 1945. Friedrich Achleitner spielte mit seinen reduzierten Dialektgedichten, seinen Konstellationen und Montagen innerhalb der Wiener Gruppe eine prägende Rolle.

1962 bis 1972 war er Architekturkritiker der Tageszeitung "Die Presse"; in dieser Zeit verfasste er an die 470 Artikel.

Neben der Architekturpublizistik und Architekturkritik wandte sich Friedrich Achleitner als Hochschulprofessor der Architekturtheorie zu; erst an der Akademie der bildenden Künste, ab 1983 an der Hochschule für Angewandte Kunst, wo er bis zu seiner Emeritierung im 1998 unterrichtete.

Als Architekturpublizist und Poet kann Friedrich Achleitner auf ein umfangreiches Werk verweisen. Seine wichtigsten literarischen Veröffentlichungen sind "hosn, rosn, baa" (gem. mit H.C. Artmann und Gerhard Rühm), die Werkdokumentation "prosa, konstellationen, montagen, dialektgedichte, studien", der experimentelle Text "quadratroman" und "KAAS", Dialektigedichte, die 1991 im Residenz Verlag erschienen sind.

Seine Arbeiten über Architektur prägten die Diskussion der letzten zwanzig Jahre. Aus seinem Gesamtwerk ragt die "Österreichische Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts" heraus, ein Nachschlagwerk in mehreren Bänden.

Der Doyen der Architekturkritik erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1985 den Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik, 1990 den Preis der Stadt Wien für Kulturpublizistik und 1995 die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold. (Schluss) rar

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