10 Jahre Wiener Patientenanwaltschaft SPERRFRIST 18 UHR

Wien (OTS) - Mit einer Festveranstaltung im Rathaus wurde Donnerstag Abend das 10jährige Bestehen der Wiener Patientenanwaltschaft gefeiert. Der Wiener Patientenanwalt hat sich als wirklich unabhängiger und um größtmögliche Objektivität bemühter Vermittler bei Interessenskonflikten bewährt. Er informiert über die Patientenrechte und setzt sie auch durch. Damit hilft er, das Vertrauen in das Gesundheitssystem Wiens und in die Medizin zu bewahren, auch wenn im Einzelfall ein Fehler passiert sein sollte.

Der Patientenanwalt ist nicht nur für die Krankenhäuser, sondern auch für praktische Ärzte und Fachärzte, für das Rettungswesen, die Apotheken und sogar die Hebammen zuständig, mit einem Wort, für das gesamte Gesundheitssystem Wiens.

In den letzten 10 Jahren wurde der Patientenanwalt von mehr als 67.000 Menschen kontaktiert. Die Beschwerden richten sich gegen zu hohe Gebühren und Honorare, nicht bewilligte Behandlungen (Medikamente) aber auch gegen Diagnose-, Therapie- und Operationsfehler. Oft mangelt es aber auch nur an der Kommunikation, stellt der derzeitige Wiener Patientenanwalt Dr. Walter Dohr fest:
"Der mündige Patient will genau Bescheid wissen; der Arzt steht oft unter Zeitdruck und manche Ärzte haben einfühlsame Gesprächstechniken nie gelernt."

Bei organischen und psychischen Schäden auf Grund einer Fehlbehandlung kann der Patientenanwalt zu einer Entschädigung verhelfen. In Vergleichsverhandlungen mit privaten Versicherungsanstalten erreichte die Wiener Patientenanwaltschaft die Auszahlung von mehr als 6,7 Mill EUR an ca. 900 PatientInnen. Außerdem wurden über 2 Mill EUR auf Vorschlag des Patientenanwaltes aus dem Wiener Härtefonds an Wienerinnen und Wiener überwiesen.

Erfolg der Wiener Patientenanwaltschaft

Von den vielen Beschwerden, die an die Wiener Patientenanwaltschaft herangetragen werden, konnten die meisten Fälle für die BeschwerdeführerInnen positiv erledigt werden.

So sind z.B. in den Jahren 1999 und 2000 von insgesamt 2.814 Prüffällen 280 Personen durch Entschädigungszahlungen(vor allem von Versicherungsanstalten)und´124 Personen durch den Wiener Härtefonds entschädigt werden.

Der Rest der Beschwerdefälle konnte durch aufklärende Auskunft, organisatorische Hilfestellungen, durch Vermittlung in Konflikten, durch Anregungen und in Ausnahmefällen auch durch Missstandsfeststellungen für den Beschwerdeführer befriedigend gelöst werden.

Darüber hinaus hat sich sowohl der verstorbene Patientenanwalt Prof.Dr. Viktor Pickl als auch der jetzt amtierende Patientenanwalt Dr. Walter Dohr immer wieder für grundsätzliche Verbesserungen im Gesundheitssystem eingesetzt. So hat Viktor Pickl erreicht, dass 1998 ein freiwilliger Wiener Härtefonds errichtet wurde, aus dem Patienten, die einen Medizinschaden erlitten haben, entschädigt werden. Dieser Härtefonds wurde zum Vorbild für eine bundesweite Lösung.

In der Amtszeit des neuen Patientenanwaltes Dr. Walter Dohr, der erst zehn Monate im Amt ist, wurde durch einen Initiativantrag aller vier im Wiener Landtag vertretenen Parteien erreicht, dass auf Gebührenforderung nach Einsätzen der Wiener Rettung, die bisher privat zu bezahlen waren (z.B. Sturz aus dem Bett), verzichtet werden kann.

Für die Zukunft will der neue Wiener Patientenanwalt Dr. Walter Dohr verstärkt als Mediator zur Lösung von Konflikten zwischen Ärzten und Patienten beitragen und wird sich insbesondere der medizinischen und pflegerischen Versorgung alter Menschen in Krankenhäusern, Pflegeheimen und betreuten Wohnungen widmen. Derzeit ortet er ein Defizit an geriatrisch ausgebildeten medizinischen Fachkräften, obwohl der Bedarf steigt. So wurde an der Universität Wien zwar endlich ein Lehrstuhl für Geriatrie geschaffen, er ist aber bis heute nicht besetzt.

Der Patientenanwalt hilft kostenlos und unbürokratisch. Er und seine 12 MitarbeiterInnen stehen Montag bis Freitag von 8-16 Uhr zur Verfügung: 4., Schönbrunner Strasse 7.

Allgemeine Informationen:
o Wiener Patientenanwaltschaft: http://www.wien.gv.at/patanw/ (Schluss) red

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Dr. Walter Dohr
Tel.: 0664 42 32 756
Ingrid Nagl
Tel.: 587 12 04 DW 85
mailto: post@wpa.magwien.gv.at

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