Mailath-Pokorny präsentiert Museumsdirektor Wolfgang Kos

Sanfte Umpositionierung des Historischen Museums

Wien (OTS) - Eine sanfte Umpositionierung des Historischen Museums der Stadt Wien schwebt dem neuen Direktor Wolfgang Kos vor, der das Haus mit 1. April 2003 bei einer Vertragszeit von fünf Jahren übernimmt. Kos sieht in der Ausgliederung der städtischen Museen eine große Chance zur Neuprofilierung und will mit einer "Dechiffrierungsofferte zur Stadterkundung" ein breites Publikum gewinnen. Das Museum soll geistesgeschichtliche und urbanistische Denkprozesse vermitteln und so Brücken zwischen Gestern und der unmittelbaren Gegenwart schlagen. Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny, der Kos am Mittwoch der Öffentlichkeit als Direktor des Hauses vorstellte, verwies auf die Qualifikation von Kos als Historiker, Kulturwissenschaftler, ORF-Journalist mit Verantwortung für die renommierte Sendereihe "Diagonal", sowie als Kurator, Ausstellungsmacher und Kulturvermittler. Kos sei also Generalist in bestem Sinne und eine ideale Besetzung für das Haus. Mailath verwies auch auf den Umstrukturierungsprozess der Museen der Stadt Wien mit der Ausgliederung als wissenschaftliche Anstalt öffentlichen Rechts, die von der Stadt Wien mit einem jährlich zu valorisierenden Betrag subventioniert werde. Mit Wolfgang Kos und Angelika Röhr, die die wirtschaftliche Leitung des Hauses übernommen hat, sei das Museum für eine gute Zukunft gerüstet. Der Stadtrat dankte auch Direktor Dr. Günter Düriegl für die von ihm geleistete gute Arbeit und die Kooperation bei der Neustrukturierung des Hauses.****

Kos sieht in der Ausgliederung die Chance für eine "partielle Neugründung auf solider Basis". Das Haus verfüge über eine große Vielfalt und Tiefenqualität der Sammlungen, wobei der Generalismus sowohl der Sammlungen wie auch der Ausstellungstätigkeit als Atout zu sehen sei, ebenso über einen Mitarbeiterstab von hoher Kompetenz. Es gelte nun die kreativen Energien wahrzunehmen und das Museum in eine neue Richtung zu lenken.

Die Kommunikation mit dem Publikum müsse weiter gestärkt werden, komplexe Themen müssten den Besuchern sorgfältig vermittelt werden, generell sei auch der Versuch zu machen, sich in anstehende Themen und Probleme einzumischen, das Museum als Diskussionsort wahrzunehmen.

Die Vielfalt der Sammlungen des Historischen Museums, die auch Kunst, Mode, Musikalien umfassen, seien als besondere Stärke des Hauses wahrzunehmen und zu pflegen. Für die Zukunft sei die Sammlungstätigkeit auf präzise Fragestellungen zu selektionieren, da es nicht mehr möglich sei, allumfassend zu sammeln.

Bezüglich der Wechselausstellungen stellt sich Kos eine verstärkte Variabilität von schwerpunktartigen Großausstellungen bis hin zu auch schnell erstellten, auf aktuellen Themen fußenden Kleinausstellungen vor. Im Zusammenhang mit der Ausstellungstätigkeit verwies er auch auf die Möglichkeiten, die der "Kunst Platz Karlsplatz" unter Einbeziehung des Künstlerhauses und der zu erschließenden unterirdischen Räumlichkeiten bieten könne. Die Dauerausstellung im Historischen Museum möchte Kos in Richtung historischer Schwerpunktsbereiche umstrukturieren, die abwechselnd gezeigt werden könnten. Es seien aber auch historische Längsschnitte zu urbanen Schlüsselthemen wie Wohnen oder Arbeit denkbar. Bezüglich der anderen Museen und Ausstellungsorte der Museen der Stadt Wien setzt er auf kontinuierliche, aus der Diskussion und Erfahrung wachsende Veränderungs- und Profilierungsprozesse.

Als besonders wichtig sieht der kommende Direktor die internationale Verknüpfung des Hauses sowohl im Bezug auf die Kooperation mit anderen Museen und Kulturen wie auch im Hinblick auf den internationalen Vergleich der Stadtentwicklung. Letztlich sei die internationale Ausstrahlung im Hinblick auf das Publikum, also auch die Kulturtouristen von Bedeutung. Er würde sich freuen, wenn Touristen in Wien mit dem Stadtplan unterwegs und auf der Suche nach dem Historischen Museum seien.

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o Historisches Museum:
http://www.museum.vienna.at/dynamicPage.asp?MenuID=1711

(Schluss) gab/rr

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