Komponistenstipendium des Landes für Thomas Dezsy

LR Bischof: Interessante Komponistenszene in Vorarlberg

Bregenz (VLK) – Thomas Dezsy erhält das
Komponistenstipendium des Landes Vorarlberg 2002. "Die
Einreichungen haben gezeigt, dass wir in Vorarlberg eine interessante und aktive Komponistenszene haben", freute
sich Kulturreferent Landesrat Hans-Peter Bischof über die ausgezeichnete Qualität der eingereichten Arbeiten, die
auch Anlass für einen Anerkennungspreis an Thomas Heel ist.
Mit dem auf Initiative von Landesrat Bischof vor vier
Jahren eingeführten Komponistenstipendium sollen
musikalisches Talent und Kreativität mit dem Vorrang
aktueller zeitgenössischer Musik gefördert werden. ****

"Dinge sehen, die für andere unsichtbar sind...", dieses
Zitat des genialen Filmemachers Andrey Tarkovskyj, der sich
12 Jahre lang mit der Biographie des Romantikers E.T.A.
Hoffmann beschäftigt hat, war das Motto für die Arbeit "Hoffmanniana" des diesjährigen Preisträgers. Ausgangspunkt
der von der Jury zum Siegerprojekt erklärten Arbeit Dezsys
ist nämlich eine nie realisierte Filmidee über den
rätselhaften Dichter-Komponisten Hoffmann.

"Dezsy gelingt hier ein hochinteressanter Kunstgriff,
bei dem traditionelles Klangmaterial mit Hilfe
elektronischer Analysen zu neuer Klanglichkeit verwandelt
wird. Seine Arbeit wird damit aber auch zur gelungenen Auseinandersetzung mit der Rezeption traditioneller Musik
an sich. Mit hoher dramaturgischer Begabung nähert sich
Dezsy an die Filmidee Tarkovskyjs an. Durch innovativen
Umgang mit Tonalität, verschiedenen Medien und raffinierte Instrumentenwahl formt sich ein Klangkolorit von besonderer Qualität", heißt es in der Begründung der unabhängigen
Jury, die sich aus anerkannten Musikexperten aus Graz, Linz
und Wien zusammensetzte.

Thomas Dezsy wurde 1967 in Bludenz geboren. Dem Besuch
des Landeskonservatoriums in Feldkirch folgte ein Studium
in Wien. Erste musikdramatische Erfahrungen sammelte er an
der Wiener Kammeroper und Staatsoper, später war er
musikalischer Leiter des "Totalen Theaters" in Wien.
Gemeinsame, experimentelle Musiktheaterarbeiten machte er
mit Christian Utz und Michelangelo Pistoletto. Dezsys
ästhetische Ansätze für seine zahlreichen Kompositionen
wurzeln im Wechselspiel von Musik und Literatur, in der Auseinandersetzung mit literarischen Texten und
literarischen Techniken.

Auf Grund der hohen Qualität der eingereichten Arbeiten
wird auf Vorschlag der Jury ein Anerkennungspreis vergeben.
Diesen wird Thomas Heel aus Bludenz für sein Projekt "Wabi-
Sabi" erhalten. "Heels Arbeit ist ein gelungener Versuch,
eine episch-synfonische Kompositionssicht auf das
Instrumentarium der Jazz- und Popularmusik zu übertragen.
Dabei werden auch kulturelle Schranken abgebaut und Grenzen
der Instrumentaltechnik ausgelotet", so die Begründung der
Jury.

Die Überreichung des mit 6.540 Euro dotierten Komponistenstipendiums an Thomas Dezsy und des
Anerkennungspreises in Höhe von 1.500 Euro an Thomas Heel
erfolgt am Donnerstag, 17. Oktober im Landhaus in Bregenz. (hh/tm,nvl)

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