Leitl: "Offene wirtschaftspolitische Punkte müssen noch umgesetzt werden"

WKÖ-Präsident drängt auf Verwirklichung der Eigenvorsorge für Unternehmer, Refundierung der Berufsschulzeiten für Betriebe und Steuererleichterung für nicht entnommene Gewinne

Wien (PWK643) - "Keinen Stillstand für den Wirtschaftsstandort Österreich" forderte Dienstag abends, Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, anlässlich des Finanzfoyers 2002, einer Veranstaltung des Steuer- und Wirtschaftsberaters Leitner + Leitner im Wiener Kunsthistorischen Museum. Neben wichtigen Erfolgen, die für die Wirtschaft in der vergangenen Zeit erzielt wurden - Stichworte:
Abfertigung Neu, Senkung der Krankenversicherungsbeiträge in der gewerblichen Sozialversicherung - nannte Leitl auch die zur Verwirklichung noch ausstehenden wirtschaftspolitischen Punkte. Leitl: "Nachdem wir nun für alle Arbeitnehmer die Abfertigung Neu realisiert haben, ist die zugesagte Umsetzung des Vorsorgemodells für Unternehmer noch bis zum Jahresende ausständig."

Für die Zeit bis zur Bildung einer neuen Regierung ist für den WKÖ-Präsidenten auch ein Offensivpaket im Bereich der Jugendausbildung rasch umzusetzen. "Kein Jugendlicher soll auf der Straße stehen. Daher brauchen wir Anreize für unsere Betriebe, Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen." Leitl pocht in diesem Zusammenhang auf die Verwirklichung eines Bildungsschecks. Dieser refundiert Betrieben, die Lehrlinge ausbilden, die Kosten für die Berufsschulzeit des Lehrlings, also jener Zeit, in der der Lehrling nicht im Betrieb ist. Abermals betonte Leitl die Notwendigkeit einer steuerlichen Entlastung von Betrieben: "Gerade im Hinblick auf die bevorstehende Erweiterung der Europäischen Union ist eine Steuererleichterung das Gebot der Stunde. Als eigenkapitalstärkende Maßnahme wäre hier ein reduzierter Steuersatz in Höhe der 25%igen Kapitalertragssteuer für nicht entnommene Gewinne das Ziel der Wirtschaft."

Als Finanzierungsmöglichkeit für diese noch ausstehenden Maßnahmen zur Konjunktur- und Arbeitsmarktbelebung schlug Leitl die Vorverlegung der Auflösungsmöglichkeit für Abfertigungsrückstellungen vor. Diese sollten nach dem neuen Betrieblichen Mitarbeitervorsorgegesetz im Jahr 2003 steuerfrei aufgelöst werden können. Eine weitere Dotierung von Rückstellungen wäre danach nicht mehr möglich. Durch eine Vorverlegung auf die Bilanzerstellung 2002 würde die Dotierungsmöglichkeit ebenfalls bereits ein Jahr früher entfallen. (AB)

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