Trübe wirtschaftliche Lage der Kunststoffverarbeiter in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Drei-Länder-Treffen der Verbände der Kunstoffverarbeiter in Wien

Wien (PWK642) - Die trübe wirtschaftliche Lage beherrschte die diesjährige Drei-Länder-Tagung der Kunststoffverbände aus Deutschland, der Schweiz und Österreich in Wien. Während 2001 noch geringe Zuwächse für die Kunststoffverarbeitung brachte, musste die Branche im ersten Halbjahr 2002 einen schlechten Verlauf hinnehmen. Deutschland, vertreten durch den Gesamtverband kunststoffverarbeitende Industrie e.V. GKV, verzeichnet ein Minus von 2,3 %, die österreichischen Kunststoffverarbeiter, vertreten durch den Fachverband der chemischen Industrie/Kunststoffverarbeitende Industrie sowie die Bundesinnung der Kunststoffverarbeiter, fallen 2 % hinter die Vorjahreszahlen zurück. Auch in der Schweiz ist laut Aussage von Heinz Rischgasser, Vertreter des Kunststoff Verband Schweiz, die Stimmung schwankend und bei den Investitionen eine deutliche Zurückhaltung festzustellen.

Zusätzlich zur schlechten Konjunktur hatte die Branche in diesem Jahr mit enorm gestiegenen Rohstoffpreisen zu kämpfen, die die Bilanzen der Unternehmen schwer belasten. Zusätzliche Belastungen würden sich aber auch in anderen Bereichen ergeben. "Während wir früher durch Liberalisierungen Entlastungen bei den Strompreisen hatten, gibt es mittlerweile Belastungen etwa von staatlicher Seite oder durch die wachsende Marktstärke der EVUs" stellt der Präsident des GKV, Günter Schwank, fest.

Sorge bereitet den Verbänden auch die EU-Chemikalienpolitik. Gerade Klein- und Mittelbetriebe würden durch die umfangreichen und kostenintensiven Registrierungs- und Zulassungsvorschriften des EU-Weißbuchs bei Additiven und dergleichen getroffen werden. Der Obmann der österreichischen kunststoffverarbeitenden Industrie, Erich Wach, fordert daher ein "Vorgehen mit mehr Augenmaß", um eine leistungsstarke Industrie nicht unnötig zu schwächen.

Erfolge habe man aber im Bereich der Berufsausbildung in den drei Ländern verzeichnen können. "Durch die zahlreichen Branchenaktivitäten in den 3 Ländern konnte das Image der Lehrausbildung in der Kunststoffverarbeitung und in der Folge die Lehrlingszahl erhöht werden, während andere Handwerke deutliche Rückgänge verzeichneten," stellte der Bundesinnungsmeister der österreichischen Kunststoffverarbeiter, Hans Prihoda, fest.

Erfreut zeigten sich die Delegierten über das verbesserte Image der Kunststoffe. Umfragen in Deutschland und Österreich zeigen, dass das Tief der früheren Jahre überwunden und die Bevölkerung klar vorgetragenen Argumenten zugänglich ist. Um diese Entwicklung voranzutreiben wird aber noch viel Arbeit, sowohl seitens der Verbände als auch der Kunststoffunternehmen, notwendig sein. (us)

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