Faymann: EIB-Kredit ist Auszeichnung für Wiener Wohnhaussanierung

Wiener Gemeindemieter profitieren von EU-Förderung

Wien (OTS) - Am Montag, dem 9, September 2002 fand die Vertragsunterzeichnung zwischen Wiener Wohnen, der städtischen Wohnhausverwaltung, und der Europäischen Investitionsbank EIB über einen besonders zinsengünstigen 50 Millionen Euro-Kredit zur Finanzierung der Stadterneuerung statt. Damit würdigt die EIB die Wiener "sanfte" Wohnhaussanierung. EIB-Vizepräsident Prof. Ewald Nowotny, EIB-Direktor Michael Vatta, Wiener Wohnen-Direktorin Dr. Gabriele Payr und Wohnbaustadtrat Werner Faymann nahmen daran teil.****

"Eine verantwortungsbewusste Wohnhausverwaltung versucht, die Kosten für die MieterInnen überall dort zu reduzieren, wo dies möglich ist. Nachdem es Wiener Wohnen bereits gelungen ist, die hausseitigen Stromkosten und die Haus-Versicherungs-Tarife zu senken, werden die GemeindemieterInnen jetzt noch einmal finanziell entlastet. Die Europäische Investitionsbank EIB gewährt Wiener Wohnen einen zinsengünstigen 50 Millionen Euro-Kredit zur Wohnhaussanierung. Die Ersparnis für die Mieter während der Laufzeit von 15 Jahren durch diese äußerst niedrigen Zinsen liegt bei 1,2 Millionen Euro (etwa 17 Millionen Schilling).
Die EIB hat zugesagt, dass Wiener Wohnen bei unveränderten Voraussetzungen jedes Jahr ein derartiger günstiger Kredit in derselben Höhe gewährt wird, sodass diese Einsparung nicht einmalig bleiben wird", erklärte Wohnbaustadtrat Werner Faymann.

"Dieser Vertrag ist aber auch eine Auszeichnung für die "sanfte" Art und Weise der Wohnhaus-Sanierung in Wien. Die EIB hat die sozialen und ökologischen Aspekte der Wiener Wohnhaussanierung ausdrücklich als entscheidende Kriterien angeführt. Nach der Auszeichnung durch die UNO als "Best Practice"-Modell und durch die EU auf politischer Ebene ist diese Auszeichnung durch die wirtschaftlich orientierte Organisation EIB eine weitere Zustimmung zur Weiterführung der "sanften" Wohnhaussanierung in Wien", so Faymann weiter.

Pro Jahr werden Gemeindebauten mit 2.500 Wohnungen saniert

Wiener Wohnen als Europas größte Wohnhausverwaltung mit mehr als 220.000 Gemeindewohnungen saniert jährlich Wohnhäuser mit etwa 2.500 Wohnungen. Diese Sanierungen werden von der Stadt in derselben Art und Weise gefördert wie die 7.500 anderen Wohnhaussanierungen im Genossenschafts- Eigentums- und privaten Mietshausbereich, die pro Jahr saniert werden. Wiener Wohnen nimmt jährlich Kredite in Höhe von 100 bis 120 Millionen Euro zum Zweck der Instandhaltung und Sanierungen von Gemeindebauten auf. Diese Kredite werden international ausgeschrieben. Die Belastungen für die GemeindemieterInnen sind daher gering. Trotzdem sind die Konditionen der Europäischen Investitionsbank EIB noch günstiger, weil sie nicht nach kommerziellen Richtlinien arbeitet, also keine Gewinne machen darf. Die Verzinsung des EIB-Kredits liegt bei jährlich 3,27 Prozent. Dieses Zinsniveau liegt um etwa ein Zehntel unter dem Niveau, das im Zuge der letzten internationalen Ausschreibung unter kommerziellen Banken erreicht worden ist. Die GemeindemieterInnen ersparen sich dadurch pro Jahr 1,2 Millionen Euro.

Den Zuschlag für den äußerst preiswerten Kredit bekam Wiener Wohnen aus drei Gründen:

Erstens kommt der Kredit aufgrund der sozialen Auswahlkriterien für Gemeindewohnungen finanziell schwächeren Bevölkerungsschichten zugute.

Zweitens zeichnet die EIB damit die in Wien übliche "sanfte" und ökologische Art der Wohnhaussanierung aus, bei der die Mieter während der Sanierung weiter in ihren Wohnungen leben können. Hervorgehoben hat die EIB auch die thermische Wohnhaussanierung "Thewosan", die zu einer Verringerung des Heizenergieverbrauchs führt.

Und drittens wegen der Wiener Wohnbauförderung. Wie alle anderen EU-Förderungen funktioniert auch diese Förderung nach dem Prinzip der Kofinanzierung. Das heißt: Die EU fördert nur dann, wenn auch das betroffene Land mitfinanziert. Im Fall der Gemeindebau-Sanierung erfolgt diese Mitfinanzierung durch die Wohnbauförderung der Stadt Wien. Heuer unterstützt die Stadt die Wohnhaussanierung mit insgesamt 174 Millionen Euro. In den letzten fünf Jahren hat die Stadt die Sanierung von Wohnhäusern mit insgesamt 1,24 Milliarden Euro gefördert. Damit wurden Wohnhäuser mit mehr als 57.100 Wohnungen "rundumerneuert".

Der EIB-Kredit

Der EIB-Kredit wird in zwei Tranchen zu je 25 Millionen Euro vergeben. Darüber hinaus hat die EIB zugesichert, dass Wiener Wohnen bei unveränderten Voraussetzungen jedes Jahr in den Genuss dieser vergünstigten Kredite zur Wohnhaussanierung kommen wird.

Die EIB

Die EIB dient der Unterstützung des Auf- und Ausbaus von Infrastruktur innerhalb der EU und in den EU-Beitrittskandidaten-Ländern mit langfristigen, extrem günstigen Krediten. Ihr Ziel ist die Integration, der wirtschaftliche Ausgleich und die soziale Kohäsion der EU-Mitglieder und der Beitrittswerber.

Die Europäische Investitionsbank EIB ist eine EU-Organisation, die langfristige und besonders niedrig verzinste Kredite zum Auf- und Ausbau der Infrastruktur von EU-Mitgliedsländern, aber auch von Beitrittswerbern vergibt. Die EIB ist die größte öffentliche Bank der Welt. Sie hat derzeit Kredite in Höhe von insgesamt 200 Milliarden Euro vergeben.

Der Hauptsitz der EIB ist in Luxemburg, sie ist derzeit in 150 Staaten außerhalb der EU tätig. Gegründet wurde die EIB 1958 beim Abschluss des "Vertrags von Rom".

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