VP-Marboe: Fragwürdige Vorgangsweise bei der Bestellung des Direktors der Museen der Stadt Wien

Wien, den 9.9.2002 (VP-Klub) Nach dem Ausschreibungsdesaster beim Theater in der Josefstadt und dem Rabenhof erscheint nunmehr die Vorgangsweise zur Bestellung des neuen Direktors der Museen der Stadt Wien ebenfalls in einem äußerst fragwürdigen Licht. "Kulturstadtrat Mailath-Pokorny hat bei einer Pressekonferenz dezidiert betont, dass er sich an den Vorschlag des Kuratoriums halten werde "weil es ja sonst eine Augenauswischerei wäre" und nun ignoriert er den gereihten Dreiervorschlag des Kuratoriums", ist Peter Marboe enttäuscht. Es gehe nicht an, sich ausdrücklich zum Modus der Ausschreibung zu bekennen und diesen dann nicht zu respektieren, kritisiert der VP-Stadtrat Peter Marboe. "So kann das nicht weitergehen", meint Marboe, "diese Zerstörung einer mühsam aufgebauten Ausschreibungskultur ist mehr als bedauerlich."***

Es würden sich, so Peter Marboe, eine ganze Reihe von Fragen -ohne die grundsätzliche Qualifikation von Wolfgang Kos in Zweifel ziehen zu wollen- zu dieser Vorgangsweise ergeben:
1. Warum wurde der/die Erstgereihte nicht akzeptiert?
2. Warum wurde niemand aus dem Dreier-Vorschlag für qualifiziert erachtet?
3. Gibt es unter den Vorgeschlagenen Frauen? Falls ja, warum wurden diese nicht berücksichtigt? Stellt das nicht eine Verletzung des Gleichbehandlungsgesetzes dar?
Bei der Präsentation des Vorschlages in der morgigen Stadtsenatssitzung wird Kulturstadtrat Mailath-Pokorny diese dringenden Fragen zu beantworten haben, kündigt Marboe an.

Marboe weist darauf hin, daß bereits bei der Bestellung beim Theater in der Josefstadt die Jury-Empfehlung unberücksichtigt blieb, von der Ausschreibungsfarce beim Rabenhof ganz zu schweigen. Es stelle sich jetzt endgültig die Frage wozu man Ausschreibungen macht und eine Jury oder ein Kuratorium einsetzt. Das erwecke den Eindruck, daß Kandidaten schon vorher feststünden. "Bedauerlich ist auch", so Peter Marboe, "dass es offensichtlich keine interessanten internationalen Bewerbungen für die Museen der Stadt Wien gegeben hat. Das war aber aufgrund der kurzen Bewerbungsfrist vorhersehbar und wurde offenbar in Kauf genommen."

Mit diesem neuerlichen Ausschreibungsdebakel hat die sozialdemokratische Kulturpolitik einmal mehr ihre Unfähigkeit zur objektiven Postenbesetzung bewiesen. Es werde damit jedes Vertrauen in eine faire und transparente Abwicklung verspielt, bedauert Marboe. "Was unter der Wiener Koalitionsregierung, etwa bei den Ausschreibungen für das Tanzquartier, den Wiener Film Fonds oder das Schauspielhaus gelang und mit großer internationaler Anerkennung verbunden war, geht nun unter der sozialdemokratischen Kulturpolitik in nur kürzester Zeit verloren". (Schlu)

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