Neuer U-Bahn-Wagen geht in Serie

Die ersten 25 Fahrzeuge sind bestellt

Wien (OTS) - Im März 2000 wurde er den Wiener Linien übergeben. Seine erste Fahrt mit Fahrgästen absolvierte er als "Eröffnungszug" anlässlich der U3-Verlängerung nach Simmering im Dezember 2000. Seit April 2001 läuft er im Probebetrieb mit Fahrgästen und hat dabei auch alle Härtetests souverän bestanden. Jetzt geht der Prototyp des neuen U-Bahn-Wagens bei Siemens SGP in Serienproduktion. Ab Anfang 2005 beginnt die Auslieferung der Serienfahrzeuge. Bis Ende 2008 werden den Wiener Linien 25 Züge der neuen Generation zu Verfügung stehen.

Die Vorteile des neuen U-Bahn-Wagens liegen neben den richtungsweisenden technischen Standards mit modernster Sicherheitsausstattung vor allem in mehr Komfort für die Fahrgäste. Grundeinheit des neuen technischen Konzeptes ist ein durchgehend benutzbares sechsteiliges Gelenkfahrzeug von rund 112 Metern Länge. Durch diese Bauform steigt das Platzangebot im Fahrzeug bei etwa gleichbleibender Baulänge.

Besserer Fahrgastfluss und erhöhte Sicherheit

Die entscheidende Neuerung: Es gibt keine getrennten Waggons mehr. Man kann also im Inneren den ganzen Zug "durchwandern". Das erhöht das Sicherheitsgefühl und vermindert das Gedränge durch eine bessere Verteilung der Fahrgäste im Zug. Das komplett durchgängige Fahrzeug verfügt über eine Klimaanlage und bietet rund 900 Fahrgästen Platz.

Noch bequemer und sicherer einsteigen

Der Spalt zwischen Bahnsteig und Fahrzeug wurde - gegenüber den Silberpfeilen - erheblich verringert. Überhaupt keinen Spalt wird es bei den Einstiegen hinter den Fahrerständen geben. Hier steigt man nämlich in eines der beiden Mehrzweckabteile ein. Diese besitzen ausfahrbare Rampen, die den Spalt vollständig überbrücken. Ein spezielles Service für behinderte Fahrgäste und Mütter mit Kinderwagen.
Das Mehrzweckabteil bietet übrigens ausreichend Platz für Rollstühle, Kinderwagen und Fahrräder, aber auch für Koffer, und schwere Einkaufs- oder Reisetaschen.

Prototyp von den Fahrgästen äußerst positiv bewertet

Technische Probleme sind während des Probebetriebs mit dem Prototypen so gut wie keine aufgetreten. Von den Fahrgästen gab’s durchwegs positives Feedback. Die Tatsache, dass man von vorn bis hinten durchmarschieren kann, kam beim Publikum besonders gut an. Zum einen, weil es die Sitzplatzsuche erleichtert, zum anderen, weil man nun nicht mehr dort einsteigen muss, wo man dann auch aussteigen will. Positiv bewertet wurde vor allem auch der helle, optisch ansprechende Innenraum und das Mehrzweckabteil, das deutlich mehr Platz bietet als die Abstellräume bei den Einstiegen der "alten" Silberpfeile.

Verbesserungen aufgrund des Testbetriebs

Ein paar Kleinigkeiten werden in der Serie trotzdem geändert. Der Fahrgastraum wird glatte statt strukturierte Seitenwände haben. Diese lassen sich besser reinigen. Wegfallen werden auch die Armlehnen. Sie haben sich von der Reinigung her als problematisch und als vandalismusanfällig erwiesen. Dafür wird es im Einstiegsbereich zusätzliche Anhaltemöglichkeiten für die Fahrgäste geben.
Nicht bewährt hat sich der ursprünglich sehr helle Fußboden. Er wird bei der Serienproduktion dunkler ausfallen und dadurch weniger schmutzanfällig sein.

Bei den sicherheitstechnischen Einrichtungen werden die Serienfahrzeug gegenüber dem Prototypen noch weiter optimiert. Neu dazu kommt beispielsweise eine Videoüberwachung des Fahrgastraums. Durch Rauchmelder am Dach und Temperaturfühler am Untergestell sowie Rohrleitungen mit Spritzdüsen zur besseren Brandbekämpfung werden die neune U-Bahn-Garnituren punkto Brandschutz über höchste Sicherheitsstandards verfügen.

Gepolsterte Sitze in der bisherigen Form sind passe. Die im Prototyp getesteten Metallsitze mit ihren klaren Vorteilen in Bezug auf Hygiene und Vandalismus sind bei den Fahrgästen gut angekommen. Sie werden allerdings ein wenig modifiziert und sich durch Kunststoffauflagen wärmer und weniger rutschig anfühlen.

Die Klapprampe - die sich im Testbetrieb als äußerst standfest erwiesen hat - wurde schon beim Prototyp leicht modifiziert. Die kleine Stufe zwischen Rampe und Fußboden wurde abgeschrägt, wodurch das Fahrzeug noch behindertenfreundlicher wurde.(Schluss) wstw

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