14. September 2002 - Europäischer Erste-Hilfe-Tag

Wien (Rotes Kreuz) - Tag für Tag spielt sich auf den Straßen eine stille Katastrophe ab. Derzeit sterben pro Jahr knapp 1,2 Millionen Menschen bei Verkehrsunfällen, mehr als 20 Millionen werden verletzt. Die Tendenz ist steigend. Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahrhundert starben weltweit etwa 30 Millionen Menschen bei Verkehrsunfällen.

"Viele Leben können gerettet und die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht werden, wenn die Menschen Erste Hilfe erlernen und wissen, welche Maßnahmen bei Verletzungen gesetzt werden sollen und wie man sich im Falle eines Unfalls verhalten soll", sagt Dr. Susanne Schunder-Tatzber vom Österreichischen Roten Kreuz. Um das Thema Erste Hilfe in Erinnerung zu rufen, findet am 14. September der Europäische Erste-Hilfe-Tag statt.

Wie wichtig Kenntnisse der Ersten Hilfe sind, verdeutlichen noch einige weitere Zahlen. Eine Studie der Harvard University zeigt, dass Verkehrsunfälle die Hauptursache für den Tod von Männern zwischen 15 und 44 Jahren sind. Bei Frauen dieser Altersgruppe sind sie die fünfthäufigste Todesursache. Rechnet man den Trend der letzten Jahre weiter, so werden Verkehrsunfälle im Jahr 2020 in der Liste der zehn häufigsten Todesursachen an der dritten Stelle liegen. Im Jahr 1999 lagen sie noch an neunter Stelle.

Erste Hilfe ist dazu da, um die Lücke zwischen dem Unfall und dem Eintreffen professioneller Hilfe zu überbrücken. Können schwere Verletzungen rasch versorgt werden, steigert dies die Überlebenschance eines Unfallopfers enorm. "Einer von drei Europäern braucht irgendwann in seinem Leben ärztliche Behandlung nach einem Verkehrsunfall. Es kann also jeder von uns sehr rasch auf Erste Hilfe angewiesen sein", sagt Schunder-Tatzber.

In Österreich ist es Pflicht, im Rahmen der Führerscheinausbildung einen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren. Die "Grundausstattung" ist also vorhanden. Schunder-Tatzber: "Die Frage ist aber, wie es um diese Kenntnisse nach fünf, nach zehn oder nach fünfzehn Jahren bestellt ist. Wer kennt dann noch die lebensrettenden Sofortmaßnahmen?" Erste-Hilfe-Kenntnisse kommen aber nicht nur im Straßenverkehr zugute. Auch am Arbeitsplatz, beim Sport oder in den eigenen vier Wänden sind sie immer wieder nötig.

"Schon mit wenigen, leicht erlernbaren Handgriffen ist es möglich, Leben zu retten. Es sollte für jeden von uns selbstverständlich sein, rasch lebensrettende Sofortmaßnahmen durchführen zu können. Nicht nur deswegen, weil jeder von uns tagtäglich in die Lage kommen kann, selbst Erste Hilfe von einem Mitmenschen zu benötigen", sagt Schunder-Tatzber.

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