95. Geburtstag von Leon Askin

Wien (OTS) - Leon Askin, aus Wien gebürtiger und heute wieder heimgekehrter Hollywood-Star, feiert am Mittwoch, 18. September seinen 95. Geburtstag. Er zählt zu den vielen Wiener Künstlern, die vor dem Nationalsozialismus fliehen mussten und in den Vereinigten Staaten Karriere machten. Nach dem Krieg arbeitete Askin in beiden Sprachen, seit 1994 wohnt er wieder in Wien.

Leon Askin wurde am 18. September 1907 als Leo Aschkenasy in Wien geboren. Er studierte bei Hans Thimig in der "Neuen Schule für dramatischen Unterricht", die dem Theater in der Josefstadt angegliedert war. Ab 1928 war Askin in Klein- und Kleinstrollen im Theater in der Josefstadt zu sehen. Im gleichen Jahr wurde er nach Düsseldorf engagiert, wo er bis 1932 als Schauspieler und Regieassistent unter Louise Dumont und nach ihrem Tod bis 1933 als Schauspieler unter Leopold Lindtberg beschäftigt war.

1933 wurde Askin zwangsbeurlaubt und ging noch im gleichen Jahr nach Paris, wo er das Kabarett "Künstlerclub-Paris-Wien" gründete, in dem Schauspieler wie Felix Bressart, Kurt Gerron und Lilli Palmer auftraten. 1935 kehrte er nach Wien zurück, wo er bis 1938 als Schauspieler und Regisseur auf den Kleinkunstbühnen "ABC" und "Der liebe Augustin" auftrat. Unter anderem arbeitete Askin mit Jura Soyfer zusammen und brachte auch dessen Kleinkunststück "Die Plakatsäule" zur Uraufführung.

Im Februar 1940 emigrierte Leon Askin in die USA, wo er sich als künstlerischer Leiter und Regisseur des "Washington Civic Theatre" etablierte. In New York inszenierte er später auch Goethes "Faust" (1949) mit Albert Bassermann in der Rolle des Mephisto, Askin trat selbst als Faust auf. 1942 bis 1946 war Askin Chefredakteur des Magazines "Orientation Digest", das von der amerikanischen Luftwaffe herausgegeben wurde.

Mit der Darstellung eines sowjetischen Agenten in dem Spionagefilm "Assigment Paris" (1952) begann Askins Karriere beim Film. 1960 spielte er beispielsweise unter der Regie von Billy Wilder in dem Film "One, Two, Three".

Insgesamt wirkte er in über fünfzig Filmen mit, u.a. war er Partner von Elizabeth Taylor, Richard Burton, Peter Ustinov (1972 auch unter dessen Regie: "Hammersmith is out"). Nach 1958 spielte Askin auch in zahlreichen deutschen und österreichischen Filmen sowie Fernsehproduktionen wie "Schinderhannes" (1958), "Pension Schöller" (1959), "Bis daß das Geld euch scheidet" (1960), "Lulu" (1962), als Mafia-Boß in "Kottan ermittelt" u.a.

Askin inszenierte und spielte auch weiterhin am Theater. In Los Angeles übernahm er die Regie von Stücken von William Shakespeare, Bernard Shaw und Pavel Kohout und stand selbst in Hamburg, Berlin, Wien und Los Angeles auf der Bühne. Höhepunkt war dabei seine Othello-Darstellung in den Hamburger Kammerspielen aus dem Jahre 1957. Zu Askins Erfolgen zählt aber auch sein Marquis de Sade in Peter Weiss' "Marat-Sade"-Spiel am Wiener Burgtheater 1968.

Leon Askin war viele Jahre Präsident der "American National Theatre Academy West" (ANTA West). 1994 kehrte Askin nach Wien zurück, wo er in dem Kabarettstück "Kleinkunst einst und jetzt", in Joshua Sobols "Alma. A Show Biz ans Ende" im Rahmen der Wiener Festwochen 1996 und als Tschang in "Das Land des Lächelns" in der Volksoper zu sehen war.

1983 erhielt Leon Askin die "Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Silber". 1996 wurde ihm der Berufstitel "Professor" verliehen. (Schluss) gab

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