AK gegen geplanten Ausverkauf der ÖIAG-Unternehmen

ÖIAG soll zu Beteiligungsgesellschaft mit strategischen Zielsetzungen umgewandelt werden

Wien (AK) - Heftige Kritik am heute vom ÖIAG-Vorstand
vorgestellten Unternehmenskonzept übt die AK. Demnach sollen alle ÖIAG-Beteiligungen bis 2007 verkauft werden. Die AK ist strikt gegen diesen Ausverkauf heimischer Schlüsselunternehmen. Die Erhaltung starker Industriekerne ist eine wichtige Voraussetzung für den Wirtschaftsstandort und die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen. Die AK fordert daher, dass die ÖIAG von einer reinen Privatisierungsholding in eine echte Beteiligungsgesellschaft umgewandelt wird. Die strategische Eigentümerfunktion des Staates muss bei wichtigen Schlüsselunternehmen festgeschrieben werden. Die AK fordert auch eine ausreichende Eigenmittelausstattung der ÖIAG, damit sie bei allfälligen Kapitalerhöhungen mitziehen kann. ****

Nach dem heute vorgestellten ÖIAG-Unternehmenskonzept sollen, offensichtlich im Einvernehmen mit dem Finanzminister, bis 2007 alle Beteiligungen verkauft werden. Ohne Rücksicht auf die Sicherung und Weiterentwicklung der Unternehmen. Ohne Rücksicht auf heimische Arbeitsplätze. Und ohne Rücksicht auf die bisher gewährleistete flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit wichtigen Dienstleistungen wie Post und Telekom. Die AK ist gegen den Ausverkauf österreichischer Schlüsselunternehmen. Mit dem Verkauf von Schlüsselunternehmen ans Ausland ist die Gefahr verbunden, dass wichtige Unternehmensteile - wie Planungsabteilungen, Einrichtungen für Forschung und Entwicklung und qualitativ hochwertige Fertigungsstätten - ins Ausland abwandern, wie etwa bei Semperit.

ÖIAG soll bei Schlüsselunternehmen mindestens die Sperrminorität halten
Die ÖIAG soll von einer Privatisierungsholding in eine echte Beteiligungsgesellschaft mit klar definierten strategischen Zielsetzungen umgewandelt werden. Die strategische Eigentümerfunktion des Staates in Form einer Verpflichtung zum Halten von zumindest 25 Prozent + 1 Aktie des stimmberechtigten Kapitals bei wichtigen österreichischen Schlüsselunternehmen ist daher festzuschreiben. Damit können strategisch wichtige Unternehmensentscheidungen beeinflusst und ein Ausverkauf verhindert werden. Zur Absicherung des Einflusses soll die ÖIAG eine ausreichende Eigenmittelausstattung erhalten, um bei allfälligen Kapitalerhöhungen mitziehen zu können.

Kein Börsegang unter strikten zeitlichen Vorgaben Ausschlaggebend für den Erfolg eines Börsegangs ist die Situation am Kapitalmarkt. Ein terminlich festgelegter Zwangsverkauf kann fatale Folgen haben. Schon einmal, bei der Telekom, hat die Regierung einen Börsegang in Auftrag gegeben, ohne Rücksicht auf die aktuelle Kapitalmarktsituation. Die erste Tranche der geplanten Totalprivatisierung der Telekom Austria wurde daher auch ein Flop.

Die AK fordert daher:
+ Keine Privatisierung wichtiger Infrastrukturunternehmen.
+ Kein Totalverkauf der Telekom Austria.
+ Keine Privatisierung der Post AG.

Rückfragen & Kontakt:

AK Wien Kommunikation
Christian Spitaler
Tel.: 01 / 50 165 - 2152
christian.spitaler@akwien.or.at
http://www.akwien.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0003