ÖBB und ÖIAG unterzeichnen Kaufvertrag für den Postbus - BILD Utl: Erste Synergien werden für 2003 erwartet, 2006 das volle Ausmaß der Synergiepotenziale

Im Anschluss an die ÖIAG-Aufsichtsratssitzung haben heute, Freitag, ÖIAG-Vorstandsdirektor Dr. Peter Michaelis und ÖBB-Generaldirektor Dipl.Bw. Rüdiger vorm Walde den Kaufvertrag für den Postbus unterzeichnet. "Die Unterzeichnung des Kaufvertrages ist ein Meilenstein im österreichischen Verkehrswesen", erklärte ÖBB-Generaldirektor Rüdiger vorm Walde in einer ersten Reaktion.****

Bislang leistete sich Österreich zwei staatseigene Busdienste. Eine Integration wurde bereits in den vergangenen 30 Jahren immer wieder angestrebt. "Es ist dem raschen und effizienten Handeln von Finanzminister Karl-Heinz Grasser und Verkehrsminister Mathias Reichhold zu verdanken, dass die Integration vom Postbus in den Bahnbus nun erfolgen kann", erläuterte vorm Walde die Genese des Deals. Nach der Unterzeichnung folge nun die Prüfung durch das Kartellgericht. "Wir gehen von einem positiven Ergebnis der Kartellrechtsprüfung aus, da die Integration der beiden im Eigentum und unter der Leitung des Bundes stehenden Unternehmen in einem Bereich stattfindet, wo es nach dem Willen des Gesetzgebers keinen Markt gibt und somit auch keine Marktbeherrschung möglich ist", betonte der ÖBB-Generaldirektor. Bis zum positiven Entscheid des Gerichts bleibt das Eigentümerverhältnis wie bisher bestehen. Die Integration der beiden Unternehmen wird erst nach der Kartellrechtsprüfung vorgenommen werden.

Die Höhe des Kaufpreises entspricht in etwa jener Summe, die die PostBus AG als buchmäßiges Eigenkapital in der Vorschau 2001 aufzeigte. "Im Sommer 2002 erfolgte dann eine Überprüfung des Kaufpreises und der rechtlichen Situation im Rahmen einer ‚Fairness Opinion'", erläuterte vorm Walde.

ERSTE SYNERGIEEFFEKTE BEGINNEN 2003 ZU GREIFEN
"Der Bus stärkt die Schiene. Der Abbau von Parallelleistungen zwischen Bahnbus und Postbus, der Abtausch von Schienenleistung durch Busdienste und die Einsparung im Verwaltungsbereich ergeben ein enormes Synergiepotenzial in den kommenden Jahren", betonte der ÖBB-Generaldirektor. Die ersten Synergien werden für 2003 erwartet, 2006 das volle Ausmaß der Synergiepotenziale. Mittelfristig soll die Integration Gewinne im Busbereich ermöglichen.

ABBAU VON PARALELLEISTUNGEN
Durch die Reduktion von Parallelleistungen sollen insgesamt fünf Millionen Buskilometer abgebaut werden. Das entspricht etwa 3,9 Prozent der Gesamtleistung der Busdienste. Ab 2004 werden somit Einsparungen erreicht. Zudem sollen etwa 3,8 Millionen Kilometer ÖBB-Schienenverkehrsleistung im Nahverkehr durch Busdienste erbracht werden.

Die Zusammenlegung der Verwaltung der Zentrale wie der regionalen Einheiten ergeben Einsparungspotenziale. Zahlreiche interne Markteffekte wie zum Beispiel die Vereinheitlichung im Vertriebs- und Ticketingbereich werden erzielt. Durch die Zusammenlegung von Standorten und die damit in Zusammenhang stehenden Schließungen fallen Miet- und Betriebskosten weg.

DER KUNDE STEHT IM MITTELPUNKT
"Wir werden bei der Integration von Bahnbus und Postbus wesentlich zur Erhöhung des Kundennutzen beitragen. Das Interesse des Kunden steht hier absolut im Mittelpunkt. Der ÖBB-Personenverkehr wird damit zum Gesamtmobilitätsanbieter, der regional exakt abgestimmte und nachfrageorientierte Verkehrskonzepte umsetzt", unterstrich vorm Walde. Für den Kunden bedeutet die Integration: die Verkürzung der Door-to-door-Zeit, eine Anschlussverbesserung zwischen Bus und Schiene, ein ‚One-Stop-Shop' durch das gemeinsame Ticketing und ein perfekt auf einander abgestimmter Fahrplan.

DIALOG MIT DEN POSTBUS-MITARBEITERN UND DER GEWERKSCHAFT ÖBB-Generaldirektor Rüdiger vorm Walde bekräftigte, dass ihm "die Wahrung der Interessen der Mitarbeiter der Postbus sehr wichtig" sei. So werde er weiterhin intensive Gespräche mit den Gewerkschafts- und Belegschaftsvertretern führen. Vorm Walde appellierte an die Postbus-Mitarbeiter, es gebe keinen Grund, gegen die Integration zu sein. Die Gewerkschaft dürfe sich den wirtschaftlichen Veränderungen nicht verschließen.

In Bezug auf die Beteiligung privater Busunternehmer unterstrich vorm Walde, dass es hierbei "eine klare Vorgabe der Regierung" gebe. Die ersten Sondierungsgespräche werden unmittelbar nach der Kartellgerichtsentscheidung erfolgen. "Wir werden so rasch wie möglich mit den Gesprächen und Verhandlungen beginnen. Allerdings müssen wir noch die Kartellgerichtsentscheidung abwarten. Jeder Tag, mehr Verfahrensdauer ist ein Tag später Integration, ein Tag später Nutzung von Synergien und ein Tag später Verhandlungsbeginn mit den Privaten."

EINBINDUNG DES POSTBUS-MANAGEMENTS
Vorm Walde erklärte, dass die Integration gemeinsam mit dem Postbus-Management erfolgen werde. "Die Konzepte und das Know-how des PostBus-Managments dienen uns als wertvolle Grundlage. Deswegen wird die Umstrukturierung gemeinsam erfolgen", betonte vorm Walde abschließend.

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