Weiterbildungsreihe "bfu" geht in das dritte Jahr

Rund 2.000 Erfolgsbetriebe setzen innovative Betriebskonzepte um

Wels, 6. September 2002 (AIZ). - Seit dem bundesweiten Start der Weiterbildungsreihe "bfu" haben rund 2.000 Bäuerinnen und Bauern diese Unternehmerseminare absolviert. "bfu" ist die Abkürzung für "Bäuerliches Familienunternehmen" und maßgeschneidert für Landwirte, die ihren Betrieb marktwirtschaftlicher ausrichten und unternehmerisch weiterentwickeln wollen. Im Rahmen der Agraria bei der diesjährigen Welser Messe hat heute, Freitag, Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer den "bfu-Erfolgskatalog" präsentiert. Darin stellen 29 bfu-Absolventinnen und bfu-Absolventen aus ganz Österreich ihr Betriebskonzept vor und führen vor Augen, welche Potenziale in der Landwirtschaft stecken und wie sie ihre Betriebe nachhaltig absichern.

"Diese Qualifizierung bringt massive Vorteile für die einzelnen Betriebe und den ländlichen Raum", begrüßte Molterer die erfolgreiche Initiative. Das Leistungsspektrum reicht von der Optimierung der landwirtschaftlichen Produktion, über die Forcierung von alternativen Energieträgern bis hin zur Stärkung der Nahversorgung und Suche nach Marktpartnern und Kooperationen.

Der vorliegende Erfolgskatalog ist jedem in der Landwirtschaft Tätigen ans Herz zu legen, so Molterer. Er könne Ideengeber sein und zeige ganz klar, dass der Betriebserfolg nicht in erster Linie durch Änderungen der Rahmenbedingungen auf EU-Ebene beeinflusst werde, sondern dass die Optimierung des eigenen Betriebes mindestens ebenso wichtig sei. Das sollte Anstoß sein, das innovative Bildungsprogramm selbst in Anspruch zu nehmen, betonte der Minister.

Management-Werkzeuge für zukunftsorientierte Betriebsführung

"Die Praxis zeigt, dass durch bfu viele Bäuerinnen und Bauern den Mut finden und gleichzeitig das Wissen erlangen, um Projekte, mit denen sie sich schon länger gedanklich auseinandersetzen, in die Realität umsetzen", berichtet bfu-Bundeskoordinator Guenther Rohrer. Dabei komme es nicht auf die Betriebsgröße an. Wichtig sei vielmehr der persönliche Wille, den Betrieb erfolgreich weiterzuführen. bfu setzt dort an, wo Landwirte an eine Neuorientierung beziehungsweise Verbesserung ihrer Betriebszweige denken. In vier Kursabschnitten bekommen die Teilnehmer die nötigen "Management-Werkzeuge" in die Hand, um erfolgreich den Fortbestand ihres Betriebes zu sichern, so Rohrer.

Vier Schritte zum richtigen Betriebskonzept

Der erste Kursabschnitt steht unter dem Leitsatz "Der Mensch im Mittelpunkt". Die persönlichen Stärken und Talente der Teilnehmer werden dabei herausgearbeitet: Fragen wie "Was bedeutet für mich Erfolg, welche Produkte verkaufe ich, worin unterscheidet sich mein Betrieb von anderen und welche Bereiche liegen mir besonders am Herzen?" stehen dabei im Mittelpunkt.

Im zweiten Teil werden Einkommen, Verbrauch, Arbeitszeiteinsatz und Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Betriebe der Teilnehmer unter die Lupe genommen: "Die Kursbesucher lernen, welche Reserven in den Betriebszweigen stecken und wo ungenutzte Potenziale vorhanden sind", erläutert Rohrer.

Der dritte Abschnitt geht auf die persönlichen Stärken und Visionen der einzelnen Teilnehmer ein. Aufbauend auf den Ergebnissen werden die betrieblichen Lebensträume und Wunschunternehmen der Teilnehmer skizziert.

Der vierte und letzte Teil des Seminars fasst die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte zusammen. Die Teilnehmer lernen, ihr Betriebskonzept konkret umzusetzen. In einer Schlusspräsentation stellen schließlich alle Teilnehmer ihre Betriebsstrategie vor.

Die "bfu"-Bildungs- und Beratungskampagne wurde vom BMLFUW und dem Ländlichen Fortbildungsinstitut Österreich (LFI) entwickelt. Die Seminardauer beträgt vier Mal zwei Tage in einem Abstand von jeweils zwei Wochen. Im Oktober 2002 starten die nächsten Kursreihen, die jeweils in den einzelnen Bundesländern abgehalten werden. Anmeldung und nähere Informationen bieten die Landes-LFIs und Landeslandwirtschaftskammern in den jeweiligen Bundesländern. (Schluss)

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