Europäische Investitionsbank: Seit 1990 16,8 Mrd Euro-Darlehen an EU-Beitrittskanditaten

Ewald Nowotny, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank, im Club IW der Wirtschaftskammer Österreich - Neue EIB-Schwerpunkte: Umwelt, Gesundheit, Bildung

WIEN (PWK636) - "Seit 1990 hat die Europäische Investitionsbank in den Beitrittsländern Darlehen mit dem Gesamtbetrag von 16,8 Mrd. Euro bereitgestellt. Damit werden vor allem Infrastrukturprojekte finanziert", erläutert Ewald Nowotny, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) , im Rahmen seines Vortrags im Club Internationale Wirtschaft gestern Abend in der Wirtschaftskammer Österreich.

Die gemessen am Kreditvolumen "größte Bank der Welt" hat die Aufgabe, eine funktionierende Infrastruktur in Europa, zu denen neben den Verkehrsnetzen vor allem die Telekommunikationsnetze gehören, sicherzustellen. Auf diese Weise sollen sowohl im EU-Raum, als auch in den EU-Beitrittsländern einheitliche Standards geschaffen werden.

"Zwischen 1996 und 2000 lag der jährliche Durchschnittsbetrag der Darlehen bei
2,1 Mrd. Euro", so Nowotny. "2001 stellte die EIB weiterhin einen erheblichen Teil ihrer Mittel (2,7 Mrd. Euro) für Projekte zur Verfügung, die in den 12 Beitrittsländern eine Anpassung an die EU-Politiken und die in der EU geltenden Normen ermöglichen werden."

In den kommenden Jahren werde neben dem bisherigen Schwerpunkt Verkehr (Straße und Schiene) und Telekommunikation besondere Bedeutung auf Umwelt (Wasser und Abwasser), Gesundheit sowie Bildung und Finanzierung von Klein- und Mittelbetrieben gelegt werden, berichtete Nowotny.

Die Europäische Investitionsbank startete heuer ein besonderes Programm, das Direktinvestitionen von Unternehmen speziell im exportorientierten Bereich unterstützt. Die Strategie des "export-led growth" ist für die Beitrittsstaaten von besonderer Bedeutung, um makroökonomische Engpässe bei künftigem Wachstum zu vermeiden.

"Durch die Europäische Investitionsbank kann Strukturpolitik bei minimalem Einsatz öffentlicher Mittel gewährleistet werden, da alle Projekte privat finanziert werden", so Nowotny und weiter: "durch die Darlehen der Europäischen Investitionsbank werden die Beitrittsländer an das Wohlstandsniveau der EU herangeführt". "Langfristig könnten die Darlehen der Europäischen Investitionsbank auch an die Stelle von Zuschüssen der EU treten, da Projekte, die mit Krediten, die wieder zurückbezahlt werden müssen, finanziert werden, im Regelfall strenger geprüft werden", so Nowotny abschließend. (GT)

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