Wien im Umwelt-Check

EU-Team untersucht, wie gut sich Wien zur nachhaltigen Stadt entwickelt

Wien (OTS) - Im Rahmen des EU-Projekts PRESUD - "Peer Reviews for European Sustainable Development" wird am Beispiel der Städte Wien, Birmingham, Den Haag, Leipzig, Malmö, Newcastle, Nottingham, Tampere und Venedig untersucht, was europäische Städte zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen können. Expertenteams besuchen die Städte, führen Interviews mit LokalpolitikerInnen, ExpertInnen der Stadtverwaltung und Fachleute verschiedenster Interessensvertretungen.

Die Stadt Wien hat sich bereits 1996 mit der Unterzeichnung der Charta von Aalborg zur Nachhaltigkeit bekannt. Langfristig sollen die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Interessen derart optimal aufeinander abstimmt werden, dass der Lebensraum Stadt für seine Bewohner auch noch in 50 oder 100 Jahren lebenswert ist. Notwendig dazu sind differenzierte, umweltpolitischen Lösungen, die wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich umgesetzt werden können.

Experten-Team jetzt in Wien tätig

Das Experten-Team macht derzeit Station in Wien und untersucht welchen Umwelteinflüssen die Stadt ausgesetzt ist und mit welchen Strategien und Maßnahmen versucht wird, im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung die Belastungen zu reduzieren. Ziel ist es herausfinden, wie die Städte den ökologischen, ökonomischen und sozialen Anforderungen gerecht werden und welche Fortschritte sie dabei erzielen. Die gesammelten Informationen fließen in einen Bericht ein, der auch Verbesserungsvorschläge enthält, wie man auf dem Weg zur nachhaltigen Stadt noch erfolgreicher sein kann. "Das Projekt schafft ein europaweit einsetzbares Instrument, um nachhaltige Entwicklungen in europäischen Städten zu vergleichen", meint Umweltstadträtin Dipl. Ing. Isabella Kossina.

Aktionspläne werden ausgearbeitet

Auf Basis des Berichtes werden die neun Partnerstädte Aktionspläne und Maßnahmen entwickeln, um innerhalb von 18 Monaten die Verbesserungspotentiale in Sachen Nachhaltigkeit auszuschöpfen. Bestehende Strategien für mehr Nachhaltigkeit sollen effizienter gestaltet, neue Methoden entwickelt und die Arbeitsweise aber auch der Einsatz finanzieller Mittel optimiert werden. Die Aktionspläne sollen spezifische, realistische, messbare und kurzfristig wirksame und umsetzbare Maßnahmen enthalten. Die Experten rechnen damit, dass sich mit Hilfe der Aktionspläne die Bereiche Ökonomie, Ökologie und Soziales viel besser aufeinander abstimmen lassen. Ob das auch in der Praxis gelungen ist, wird sich ab 2003 zeigen. Dann sind die Expertenteams wieder unterwegs, um den Erfolg der Aktionspläne zu evaluieren. Im Jahr 2004 wird der Schlussbericht vorliegen.

Drei Wiener Umweltprofis im Team

In jenen Expertenteams, die sich mit der nachhaltigen Entwicklung in den anderen Partnerstädten beschäftigen sind auch drei Wiener Umweltexperten tätig: Jan Dictus und Andreas Römer von der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) sowie Eva Maria Persy für die Wiener Umweltanwaltschaft. Davon profitiert die Stadt Wien unmittelbar, denn die Wiener Experten haben die Möglichkeit, am Beispiel der europäischen Partnerstädte verschiedenste Strategien zur nachhaltigen Entwicklung studieren und hinterfragen zu können. Neue Ideen und Lösungsansätze, die in anderen Städten bereits praktiziert werden, können dann mit dem erlernten Know-how in Wien realisiert werden.

Das Projekt PRESUD läuft seit November 2001 und wird bis zum Jahr 2004 dauern. Neben den einzelnen Partnerstädten haben sich daran auch die Europäische Kommission, die Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD), Eurocities, die britische Improvement and Development Agency (IdeA) und die University of the West of England (UWE) beteiligt. (Schluss) gat

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Tel.: 4000/88335,
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