Metallerjugend: Arbeitslosenzahlen bei Jugendlichen skandalös!

Unternehmen und Bundesregierung handeln verantwortungslos

Krumpendorf/Wien (GMT/ÖGB) "30.000 Jugendliche in Österreich haben keine Arbeit - diese Zahl ist schlicht skandalös", sagt Albert Maringer, Metaller-Jugendvorsitzender, zur aktuellen Lehrstellenkrise am Arbeitsmarkt im Rahmen der Tagung des Zentraljugendvorstandes der GMT. "Die Notmaßnahmen der Bundesregierung kommen zu spät und die Wirtschaft handelt verantwortungslos."++++

Minister Bartenstein hat im Februar des Jahres jedem Jugendlichen einen Ausbildungsplatz versprochen, hat seit damals aber nichts dafür getan. "Jetzt in einer Ho-Ruck Aktion die Arbeitsmarktreserven von 116 Millionen Euro freizugeben - was die Gewerkschaften schon seit Monaten fordern - ändert an den strukturellen Problemen am Arbeitsmarkt gar nichts", sagt Maringer. Auch Bundeskanzler Schüssel brauche sich jetzt nicht mit großzügigen Notaktionen hervorzutun, die Probleme waren seit langem bekannt.
Die Unternehmen seien an der derzeitigen Lage genau so schuld, sie hätten die paradoxe Situation selbst herbeigeführt, so Maringer. "Sie bilden nicht aus, beklagen den Mangel an qualifizierten FacharbeiterInnen und ziehen daraus aber wieder nicht den Schluss, selbst Lehrlinge auszubilden. Dass die Wirtschaft jetzt von der Regierung Anreize für die Unternehmen verlangt, damit die Betriebe mehr Lehrlinge einstellen können, ist für die 30.000 arbeitslosen Jugendlichen purer Zynismus! Es hat sich ja schon in der Vergangenheit gezeigt, dass auch finanzielle Anreize die Unternehmen nicht dazu bringen, Jugendlichen eine qualifizierte Ausbildung zukommen zu lassen."

Die Jugendlichen brauchen echte Chancen für die Zukunft und nicht das Flickwerk, das jetzt, angesichts der skandalösen Zahlen präsentiert wird. Der Zentraljugendvorstand der Metaller fordert die Unternehmen auf, Jugendliche in Berufen, die Zukunftschancen haben, auszubilden. Die jungen Metaller fordern außerdem die faire Finanzierung der Berufsausbildung, wie das zum Beispiel in der Vorarlberger Metallindustrie erfolgreich praktiziert wird und jetzt auch in einigen anderen Bundesländern angedacht wird. "Es ist nicht länger einzusehen, dass diejenigen, die von ausgebildeten FacharbeiterInnen profitieren, nicht bereit sind, zu deren Ausbildung auch einen finanziellen Beitrag zu leisten."

ÖGB, 6. September 2002
Nr. 684

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