"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Wegschauen und schönreden (von Claudia Grabner)

Ausgabe 05.09.2002

Klagenfurt (OTS) - "Wenn sich sonst niemand schämen will - ich schäme mich für das Schauspiel, das wir da bieten" - Danke, Susanne Riess-Passer, für das metaphorische Eckerlstehen. Wenn auch nicht Wunder wirkender Balsam auf den Wunden der Österreicher, ist es doch herzerwärmend, wie sich plötzlich ein Politiker als Mangelwesen erkennt. Ansonsten reagiert ja der Hochmut. Die Überschätzung. Die Abgehobenheit. Die Politik hat gelernt, sich die eigenen Lügen abzukaufen: Plumps, tappt sie in jene Münchhausen-Fallen, die sie eigentlich für das Volk ausgelegt hat...

Beispiel ÖVP: Sie erdreist sich, eine voll handlungsfähige Regierung just zu dem Zeitpunkt zu loben, da sie mehr oder minder in Scherben liegt: Neuwahlen stehen im Raum; die Wendekoalition kann von einer Regierungsmehrheit nur träumen; und die Arbeitslosenrate (um nur ein beliebiges Exempel herauszufischen) hat das Rekordhoch von 1945 (!) erreicht.

Beispiel Regierungspakt: Die zentralen Inhalte der FPÖ sollen per Sonderparteitag erzwungen werden. Nur: Besagte zentrale Inhalte - sie wissen schon, jene für den kleinen, tüchtigen, braven Mann - gibt es gar nicht! Man darf das vom "Einfachen aus Kärnten" anno 2000 unterzeichnete Regierungsprogramm auf den Kopf stellen: Ein Bekenntnis zur Entlastung des Österreichers wird man lange und vergeblich suchen. Tja, mittlerweile belügt man sich selbst...

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