ÖGB: Unternehmen profitieren stärker von Clusterbildung als von Fusionen

Positive Arbeitsplatzeffekte machen Cluster zur sinnvollen Alternative (1)

Wien (ÖGB). "Der Clusteransatz stellt für eine Volkswirtschaft wie die österreichische, die durch Klein- und Mittelbetriebe gekennzeichnet ist, eine Alternative zum inzwischen abgeschwächten 'Fusionsfieber' dar." Das betonte Dr. Wojda, Leiter des Arbeitswissenschaftlichen Institutes der TU Wien, heute, Mittwoch, bei einer Pressekonferenz. Während Fusionen von einer hohen Misserfolgsrate gekennzeichnet seien, weniger als 50 Prozent führen mittelfristig zu einer Wertsteigerung, hätten Cluster tendenziell positive Effekte auf die Beschäftigung, so Wojda. ++++

Cluster schaffen positive Effekte, da die entstehenden Kooperationen für beständige Innovationen sorgen und das Wachstum der Unternehmen vorantreiben. Dadurch kann auch die Zahl der Beschäftigten ansteigen. "Die Betriebe innerhalb eines Automobilclusters sind einerseits durch Lieferbeziehungen voneinander abhängig, stehen andererseits aber in einem Konkurrenzverhältnis, das oft wirksame Kooperationen verhindert", erläuterte Franz Riepl, Zentralsekretär der Gewerkschaft Metall-Textil, seine Erfahrungen.

Clusteridee umsetzen

Derzeit fehlt es noch an der Umsetzung der Clusteridee. "Bei Schwankungen in der Auftragslage erleben wir auch in Clustern, dass MitarbeiterInnen der einen Firma kurzarbeiten, während die Beschäftigten des Nachbarbetriebes Betriebsvereinbarungen zu Sonderarbeit an Sonn- und Feiertagen abschließen", so Riepl. "Hier wäre es sinnvoll", so der GMT-Zentralsekretär, "wenn die MitarbeiterInnen innerhalb des Clusters zu den selben Bedingungen auch bei anderen Firmen beschäftigt werden." Dadurch würde die Sicherheit für die Beschäftigten steigen und die Unternehmen könnten Schwankungen leichter ausgleichen.

Der ÖGB tritt für die vollständige Umsetzung der Clusteridee ein. "Mit sinnvollen Maßnahmen zum clusterinternen Ausgleich von Schwankungen in der Auftragslage können die Vorteile der Cluster gegenüber Fusionen noch weiter ausgebaut werden", so der Leitende Sekretär im ÖGB, Dr. Richard Leutner. (ew)

ÖGB, 4. September 2002
Nr. 673
(Fortsetzung)

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