GLOBAL 2000 zu Johannesburg: " Bei Atomenergie hat sich die EU über den Tisch ziehen lassen"

Atomkraft im Nachhaltigkeitskonzept über die Hintertür enthalten -"Das ist eine Niederlage für die nachhaltige Entwicklung!"

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 bezeichnet
die Einigung zu Energie auf dem Nachhaltigkeitsgipfel als Niederlage für die EU. "Das ist ein echter Rückschritt, denn Atomenergie steht über die Hintertür sogar im Aktionsplan des Nachhaltigkeitsgipfels", empört sich Anti-Atomexperte und Jurist Thorben Becker. "Atomkraft wird darin als nachhaltige Energie definiert. Da haben sich die EU und auch Österreich über den Tisch ziehen lassen." Es ist der Gegenseite, angeführt von den OPEC-Staaten, Japan und den USA, gelungen, über einen unscheinbaren Verweis die Atomkraft als nachhaltige Energieform zu definieren, so Becker weiter. Der Text erwähnt als Referenz die Definition für nachhaltige Energie aus dem Beschluss der 9. Session der Kommission für Nachhaltige Entwicklung der UN. Das Dokument beschreibt zwar auch einige kritische Seiten der Atomkraft, generell wird die Atomkraft jedoch als eine gleichwertige Option der nachhaltigen Energieerzeugung dargestellt.

Im sogenannten Energiekapitel konnte sich die Europäische Union gegen USA, Japan und OPEC-Staaten auch bei anderen Punkten nicht durchsetzen. Thorben Becker: "Das Ziel der EU den Anteil der erneuerbaren Energie auf 15% zu steigern, wurde nicht erreicht. Statt konkrete Maßnahmen zur Förderung erneuerbarer Energien wurde lediglich eine allgemeine Förderung bestimmter "moderner Energieformen" beschlossen. Diese schließt aber auch nicht nachhaltige kalorische Kraftwerke und Großwasserkraft ein."

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