Neuer Wiener Krankenanstalten- und Großgeräteplan

Garantie einer qualitativ hochstehenden, medizinisch und ökonomisch sinnvollen Versorgung für alle

Wien (OTS) - Die Sicherstellung einer gleichmäßigen, medizinischen und ökonomisch sinnvollen Patientenversorgung ist wichtigste Zielsetzung des vorliegenden Wiener Krankenanstaltenplans 2003 (WKAP). Der WKAP 2003 bildet die Grundlage der Wiener Spitalspolitik für die kommenden Jahre und legt unter Bedachtnahme auf die bestehenden Strukturen ein abgestuftes und bedarfsgerechtes Krankenversorgungssystem auf Grundlage der Vereinbarungen gemäß 15a B-VG fest. Bis zum Jahr 2005 stimmt der WKAP das jeweilige Leistungsspektrum der einzelnen Wiener Fonds-Krankenanstalten nach verbindlichen Qualitätsvorgaben ab. Weitere Ziele sind die Förderung der Kooperationen zwischen Krankenanstalten zur Realisierung von Synergieeffekten und die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Spitälern und extramuralem Bereich.****

Versorgungsangebot der Stadt Wien

Insgesamt 26 Fonds-Krankenanstalten und zwei Unfallkrankenhäuser stellen die stationäre Akutversorgung in der Bundeshauptstadt Wien sicher. Alle Fonds-Krankenanstalten sind definitionsgemäß gemeinnützige Krankenanstalten, 15 Krankenanstalten stehen unter der Trägerschaft des Wiener Krankenanstaltenverbundes, 9 stehen unter konfessioneller Trägerschaft, eine Anstalt - das Hanusch-Krankenhaus - wird von der Wiener Gebietskrankenkasse geführt und das St. Anna Kinderspital unter Trägerschaft des Wiener Roten Kreuzes ist per Affilierungsvertrag mit dem Wiener AKH verbunden.

Ein wichtiges Planungskriterium stellt die über die Stadtgrenzen hinaus wirkende Versorgungswirkung der Wiener Spitäler dar, vor allem für das Wiener Umland in Niederösterreich sowie für das Nordburgenland. Eine intensive Versorgungswirkung besteht im überregionalen Angebot in hochspezialisierten Fachbereichen, wie etwa bei KrebspatientInnen, PatientInnen mit neurochirurgischen Indikationen bzw. PatientInnen mit angeborenen Fehlbildungen. Aus den vorliegenden Daten des Jahres 2000 ergibt sich ein Anteil an Gastpatienten von insgesamt 19.5 Prozent.

Ausrichtung der medizinischen Versorgung auf Bedürfnisse älterer Menschen

Die Planungskonzeption des WKAP 2003 ist auf die vorliegenden demoskopischen Daten und Entwicklungsprognosen ausgerichtet -Experten rechnen mit einer weiteren "Überalterung" der Wiener Bevölkerung, bedingt durch die Phänomene des langfristig sinkenden Kinderanteils und der weiterhin steigenden Lebenserwartung. Angenommen wird, dass sich gemäß vorliegender Prognosen der Anteil der über 75-Jährigen in Wien stagnativ bis leicht rückläufig entwickeln wird, während die Anzahl der 60- bis 75 Jährigen bis 2011 vor allem bei den Männer überproportional stark ansteigen wird. Das Versorgungsangebot wird sich zunehmend auf die Bedürfnisse älterer Menschen auszurichten haben.
Einen Kernbestandteil stellt die Schaffung neuer medizinischer Versorgungsangebote dar. Die wichtigsten Elemente sind:

o Qualitätsverbesserung durch verbindliche Vorgaben (Standards)

Verbindliche Strukturqualitätskriterien sind für alle Intensivbereiche, für die Onkologische Versorgung, Stammzelltransplantation, Nuklearmedizinische Therapie, Herzchirurgie, Kinderkardiologie, Herzkatheterlabors, Leber- und Nierentransplantationen, Stroke Units, Hämodialyse-Zentren, Strahlentherapie, Akutgeriatrie, Palliativmedizin und psychosomatische Bereiche vorgegeben.

o Apallikerversorgung

Die Analyse der Aufenthalte von PatientInnen mit apallischem Syndrom in den Jahren 1996 bis 2000 in den Akutkrankenanstalten des KAV zeigt eine "jährliche Inzidenz" von 16 bis 21 Erwachsenen und bis zu 9 Kindern bzw. Jugendlichen. Aufgrund der erhobenen Prävalenzdaten kann auf eine Prävalenz des apallischen Syndroms von 2,1 auf 100.000 Einwohner geschlossen werden. Der Schwerpunkt der Planung wird auf die Ablauforganisation und die Schnittstellen zwischen den Stationen der Versorgungskette (Intensivstation - Neurologische Abteilung -Früh-Rehabilitation - Langzeitpflege - Entlassung nach Hause) gelegt. Im Rahmen der Ablaufplanung übernehmen das neurologische Zentrum des Otto-Wagner-Spitals und das Krankenhaus Rosenhügel (für Kinder und Jugendliche) die Funktion der Clearingstationen und fungieren darüber hinaus als Zentren für Frührehabilitation. Die Aufgabe der Langzeitförderpflege übernimmt vor allem die Neurologische Abteilung des Geriatriezentrums am Wienerwald.

o Ausbau der Akutgeriatrie

Akutgeriatrie/Remobilisation umfasst sowohl die flächendeckende Primärversorgung direkt aufgenommener PatientInnen als auch die Weiterführung der Behandlung akutkranker PatientInnen aus anderen Abteilungen. Ziele sind die Behandlung akuter Erkrankung, die Wiederherstellung und Erhaltung der Fähigkeit zur weitgehend selbständigen Lebensführung und die Reintegration der PatientInnen in das gewohnte Umfeld.
An 14 Standorten sollen insgesamt 471 Betten für Akutgeriatrie eingerichtet werden (davon 8 Standorte im KAV). Die Akutgeriatrie dient der fächerübergreifenden Versorgung geriatrischer Patienten und der Wiederherstellung der Fähigkeiten für eine möglichst selbständige Lebensführung.

o Ausbau der Dialyse

Aus Gründen der Qualitätssicherung soll die Dialyseversorgung in Wien an Krankenanstalten wahrgenommen werden. Bis 2005 ist eine Aufstockung der 104 Dialyseplätze auf insgesamt 122 vorgesehen (12 Plätze im KAV, 6 Plätze im Hanusch Krankenhaus).

o Ausbau der Palliativmedizin

An 9 Standorten sollen insgesamt 97 Betten für Palliativmedizin eingerichtet werden (davon an 6 KAV-Standorten). Palliativmedizinische Einrichtungen dienen der Versorgung von unheilbar kranken und sterbenden Menschen, der Linderung der Krankheitssymptome und der Schmerzen und, soweit möglich, einer Verbesserung der Lebensqualität.

o Ausbau der Schlaganfallversorgung (Stroke-Units)

Mit Ende 2000 waren in Wien insgesamt 20 Stroke-Unit-Betten in den Krankenanstalten Krankenhaus Lainz, Wilhelminenspital, Otto-Wagner-Spital und im Krankenhaus Rosenhügel eingerichtet. Diese bestehenden 4 Stroke-Units mit 20 Betten sollen auf 9 Einheiten mit insgesamt 44 Betten aufgestockt werden (40 Betten im KAV, 4 Betten im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder).

o Weitere Dezentralisierung in der Psychiatrie

Die Übersiedlung der zuständigen Regionalabteilungen vom SMZ Baumgartner Höhe-Otto Wagner Spital in Schwerpunktkrankenanstalten der jeweiligen Region soll fortgesetzt werden (Krankenhaus Lainz, Krankenanstalt Rudolfstiftung/3. Bezirk).

Der WKAP 2003 berücksichtigt bei der Festlegung der Standorte und der Kapazitäten von bettenführenden Strukturen die regionale Bevölkerungsstruktur und Besiedlungsdichte, die Erreichbarkeitsverhältnisse im Straßenverkehr, die Auslastung bereits bestehender stationärer Einrichtungen sowie die Entwicklungstendenzen in der modernen Medizin. Ziel und Planungshorizont des WKAP ist grundsätzlich das Jahr 2005. (Schluss) uls

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