ÖGJ: Programm gegen Jugendarbeitslosigkeit ungenügend

Maringer: "Auch Schüssels Versprechen fehlt es, wie schon dem von Bartenstein im Februar, an Glaubwürdigkeit"

Wien (ÖGJ). Erfreut zeigte sich heute, Mittwoch, Albert Maringer, Bundesvorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), dass in der Regierung offenbar zumindest ein Problembewusstsein in punkto Jugendarbeitslosigkeit entstanden ist. "Von einer wirklichen Problemlösung sind wir jedoch noch weit entfernt. Denn das sogenannte Sofortprogramm der Regierung für arbeitslose Jugendliche ist nicht mehr als die Fortführung längst überfälliger Maßnamen, die es bereits in besserer Qualität gegeben hat", kritisiert Maringer die Ankündigungen Schüssels. "Bei einem derartigen Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit sind die angekündigten Maßnahmen nicht nur ungenügend, sondern greifen entschieden zu kurz."++++

Sehe man sich die einzelnen Vorhaben genauer an, so Maringer, bröckle der Glanz der Ankündigung bereits in wenigen Sekunden ab. "Die großartig angekündigte Verlängerung des Jugendbeschäftigungssicherungsgesetzes ist bereits längst überfällig. Ohne die Zusage von ausreichend finanziellen Mitteln ist diese Maßnahme jedoch nicht mehr als eine rein kosmetische Aktion", so der Bundesvorsitzende. Denn nehmen die Jugendlichen an Lehrgängen teil, fallen sie nicht mehr in die Arbeitslosenstatistik. Für die Jugendlichen selbst ist der zehnmonatige Lehrgang jedoch nur eine Überbrückungsmaßnahme. "Die Lehrgänge müssen nicht mehr verpflichtend auf ein nachfolgendes Lehrverhältnis angerechnet werden. Außerdem ist der positive Abschluss der 8. oder 9. Schulstufe für die Teilnahme an einem Lehrgang erforderlich. Stiftungen hingegen, die eine längerfristige Ausbildung der Jugendlichen gewährleistet haben, wurden mit Herbst 2000 von ebendieser Regierung gestrichen", erklärt Maringer.

Auch die anderen Ankündigungen, so Maringer, seien mehr als zweifelhaft: "Bei der Weiterqualifikation von 5.000 Jugendlichen fehlen jegliche Qualitätskriterien. Es kann ja nicht egal sein, ob es sich hier um einen zweimonatigen Kurs handelt, oder um eine fundierte Ausbildung." Was Maringer auf keinen Fall nachvollziehen kann, ist die Ansage des Bundeskanzlers, ein Viertel mehr SchülerInnen an berufsbildenden Schulen aufzunehmen. "Durch die verfehlte Budget- und Bildungspolitik unserer Bildungsministerin, die seit Jahren nichts für berufsbildende Schulen getan hat, platzen diese Schulen jetzt schon aus allen Nähten. Die einzige Möglichkeit, die momentan zur Verfügung stünde, wäre eine Erhöhung der Klassenschülerhöchstzahlen und dazu gibt es von unserer Seite ein ganz entschiedenes Nein", so Maringer.

Zu der Forderung des Wirtschaftskammerpräsidenten Leitl nach der Rückvergütung der Ausbildungskosten für Lehrbetriebe kann Maringer nur lachen: "Es ist klar, dass Präsident Leitl für seine Betriebe versucht so viel Geld wie nur möglich herauszuholen. Es ist jedoch belegbar, dass auch in den vergangenen Jahren mehr Förderungen nicht mehr Lehrplätze gebracht haben. Warum sollte sich das jetzt ändern?"

ÖGB, 4. September 2002
Nr. 671

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