ÖH: "Mein Bauch gehört mir"

Radikale "pro life"-AbtreibungsgegnerInnen bedrohen das hart erkämpfte Selbstbestimmungsrecht der Frau

Wien (OTS) – Seit 17. August 2002 touren die radikal-fundamentalistischen AktivistInnen von "pro life" unter dem Motto "Ride for Life for the Right to Life" durch Österreich. Die berüchtigte Organisation versucht mit ihren Einschüchterungsmethoden auf rechtlicher und sozial-psychischer Ebene ein generelles Abtreibungsverbot zu erzwingen. Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) sieht diese Forderung als Reduktion der Frau auf ihre rein biologische Funktion und als Untermauerung der noch immer vorherrschenden patriarchalen Gesellschaftsstrukturen. Die Fristenregelung (Straffreiheit bei Schwangerschaftsabbruch innerhalb der ersten 12 Wochen) war eine Antwort seitens des Gesetzgebers auf die feministische Forderung der 70er Jahre "Mein Bauch gehört mir". Eine Abschaffung dieser Regelung würde einen gewaltigen Rückschritt für die Frauenbewegung bedeuten.****

"Kinderlosigkeit bedeutet keine Wertminderung der Frau. Durch das generelle Abtreibungsverbot wird die Entscheidung der Frau über ihr weiteres Leben in den Rang des Strafgesetzbuches gehoben. Das erinnert sehr stark an die NS-Gesetzgebung, wo Frauen zu Gebärmaschinen degradiert wurden", erklärt ÖH-Vorsitzende Andrea Mautz. In Ländern mit liberalisierten Abtreibungsgesetzen treten statistisch gesehen bei weitem weniger gesundheitliche Schäden und Todesunfälle bei Abtreibungen auf, was eine Gegenöffentlichkeit zu Aktionen wie von "pro life" umso dringender und wichtiger macht. Jährlich sterben weltweit 600 000 Frauen an den Folgen von Schwangerschaften und Geburten, hingegen liegt diese Zahl bei Abtreibungen und ihren Folgen bei ca. 78 000. "Die christlich-fundamentalistischen AbtreibungsgegnerInnen sprechen der Frau das Recht auf Selbstbestimmung ab und verwehren dadurch den Frauen ein grundlegendes Menschenrecht. Die Frau ist keine Sklavin der Evolution", zeigt sich ÖH-Vorsitzende Anita Weinberger indigniert.

Die ÖH unterstützt die Gegenkundgebung, welche am 31. August von 15 bis 21 Uhr am Stock im Eisen/Graben stattfindet und die von zahlreichen Frauenorganisationen initiiert wurde. Dort findet auch die Abschlussaktion der "pro life”-AktivistInnen mit Konzert und Messe statt.

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ÖH-Pressesprecherin
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