"Kleine Zeitung" Kommentar: "Gescheitert" (Von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 30.08.2002

Graz (OTS) - Karl-Heinz Grasser ist ein talentierter Entertainer. Der fesche Selbstdarsteller gaukelt seinem Publikum mit Erfolg vor, er stehe vor einem Neuanfang: Die Weltwirtschaft hat einen Schwächeanfall erlitten, der Aufschwung bleibt aus, auf den Terror des 11. September folgte die Katastrophe der Jahrhundertflut.

Schmerzhafte Tatsachen. Faktum ist freilich auch, dass Grasser bald drei Jahre im Amt ist und den Österreichern vollmundig versprochen hat, zunächst mit dem Schuldenmachen aufzuhören und dann noch die Steuern zu senken.

Beide Ziele hat Grasser verfehlt. Das Nulldefizit war eine Episode, erkauft durch Abgabenrekord und Vorzieheffekte. Inzwischen musste der Finanzminister zugeben, dass die Steuereinnahmen heuer um 1,9 Milliarden Euro unter den Erwartungen liegen - was in alten Schilling mehr als 25 Milliarden bedeutet. Also etwa jene Summe, die eine Steuerreform gekostet hätte.

Die bunten Ballone sind geplatzt. Mit dem Hochwasser hat diese Entwicklung nichts zu tun. In Wirklichkeit näherte sich das Defizit im nächstjährigen Budget schon vorher bedrohlich den drei Prozent, der von der EU festgesetzten Hochwassermarke. ****

Rückfragen & Kontakt:

Kleine Zeitung
Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035, 4047
redaktion@kleinezeitung.at
http://www.kleinezeitung.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKZ0001