Stadlbauer: Steigerung der Frauenerwerbsquote dringend notwendig

Wien (SK) Die aktuellen Ergebnisse der Sonderauswertung des Arbeitsklimaindex' dokumentieren, dass sich die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen keineswegs schließt und dass die Zweiteilung des Arbeitsmarktes mit "typischen" Männerberufen und "typischen Frauenberufen" nach wie vor besteht und dass, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, sich die Ungleichheit weiter verschärfen werde. SPÖ-Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer hält eine Steigerung der Frauenerwerbsquote für ein vordringliches Ziel der Politik. "Der Spaltung des Arbeitsmarktes muss entgegengetreten werden", so Stadlbauer am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

An die Regierung richtete Stadlbauer den Vorwurf, dass dem Bekenntnis von Kanzler Schüssel zur Erhöhung der Frauenerwerbsquote nicht nur keine Taten gefolgt seien, sondern dass Schüssel von diesem Ziel mittlerweile schon wieder abgerückt sei. Dazu erläuterte Stadlbauer, dass das Kindergeld, auf das sich die Regierung stets berufe, in seinen Auswirkungen die Ungleichheit am Arbeitsmarkt tendenziell verschärfe und nicht behebe.

Für die großen Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen macht Stadlbauer einerseits den Umstand verantwortlich, dass Frauen nach wie vor die Hauptlast der Familienarbeit tragen müssen. Die SPÖ-Bundesfrauensekretärin schlägt vor, "den Männern die Chance zu geben, innerhalb der Familie mehr Verantwortung zu übernehmen". Unter anderem soll dies durch 14 Tage Vaterschaftsurlaub nach der Geburt eines Kindes geschehen, weiters durch die Teilung der Karenz und ein Recht auf Teilkarenz.

Außerdem spricht sich Stadlbauer dafür aus, dass alle Formen von unselbständiger Arbeit in das Sozialversicherungssystem aufgenommen werden. Statt einer Ausweitung der atypischen Arbeitsverhältnisse plädiert Stadlbauer für eine generelle Arbeitszeitverkürzung für alle.

Außerdem sollen junge Frauen und Männer bei der Berufswahl besser beraten werden. "Nur bei einer Vermischung und bei einer Auflösung der traditionellen Berufswahl, werden auch die Einkommen angepasst", so Stadlbauer. Auch der berufliche Wiedereinstieg von Frauen solle mit "maßgeschneiderten Bildungsangeboten" unterstützt werden.(Schluss) wf

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